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Bad Orb
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Bad Orb (bis 1909 Orb) ist eine Kurstadt im Main-Kinzig-Kreis in Hessen. Sie liegt zwischen bewaldeten Bergen im Naturpark Spessart, einem der grĂśĂten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. Der von SchlĂźchtern durch den Spessart nach GroĂheubach bei Miltenberg verlaufende âEselswegâ fĂźhrt an Bad Orb vorbei. Auf dieser alten Handels- und SalzstraĂe wurde in frĂźheren Zeiten das Orber Salz zur Verschiffung an den Main transportiert.
Bei Bad Orb befindet sich auch das Frankfurter Schullandheim Wegscheide. Es wurde 1920 als Kindererholungsstätte gegrßndet, auf dem Gebiet des ehemaligen Militärlagers, welches zum Truppenßbungsplatz Orb gehÜrte, und war während der Zeit des Nationalsozialismus ein Kriegsgefangenenlager.
Contents
⢠Geografie
⢠Nachbargemeinden
⢠Geschichte
⢠Urgeschichte
⢠Mittelalter
⢠Neuzeit
⢠Politik
⢠Bßrgermeister
⢠Wappen
⢠Schulen
⢠Wirtschaft
⢠Bauwirtschaft
⢠Sonstiges
⢠StraĂe
⢠Bahn
⢠Bßchereien
⢠Theater
⢠Museen
⢠Musik
⢠Medien
⢠Vereine
⢠Bauwerke
⢠Parks
⢠Naturdenkmäler
⢠Sport
⢠ALEA PARK
⢠Panoramen
⢠Ehrenbßrger
⢠Weblinks
⢠Literatur
⢠Einzelnachweise
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Geografie
Geografische Lage
Bad Orb liegt in den Tälern der Orb und ihrer NebenflĂźsse Haselbach und Leimbach auf einer HĂśhenlage von 189 m Ăź. NHN umgeben von zumeist bewaldeten Bergen und HĂśhenzĂźgen des Spessarts. Im Westen liegt der Molkenberg (293 m). Im Norden verläuft ein HĂśhenzug, der vom Aufenauer Berg (234 m) bis zur markanten GroĂen Kuppe (411 m) und zum Markberg (516 m) ansteigt. Im SĂźdosten erhebt sich der im unteren Bereich besiedelte Wintersberg (434 m). Im SĂźden befinden sich der PfarrkĂźppel (461 m) und die hĂśchsten Erhebungen in der Gemarkung, der Horstberg (540 m), die BieberhĂśhe (533 m) und der Hohe Berg (521 m). Nach Nordwesten Ăśffnet sich die Landschaft zum Kinzigtal hin. Die dort hinaus fĂźhrende LandesstraĂe L3199 trifft an ihrem Ende, der âEisernen Handâ, auf die im Kinzigtal verlaufende Autobahn A 66 bzw. die BundesstraĂe B 276.
Ausdehnung des Stadtgebiets
Die Stadt besteht nur aus der Gemarkung Orb (Gmk.-Nr. 60981). Der topographisch hĂśchste Punkt der Stadt befindet sich mit 540 m Ăź. NN auf dem Gipfel des Berges Horst im sĂźdlichsten, bewaldeten und nicht besiedelten Teil der Gemeinde.
Nachbargemeinden
Bad Orb grenzt im Norden an die Städte Wächtersbach und Bad Soden-Salmßnster, im Osten an den gemeindefreien Gutsbezirk Spessart, im Sßden an die Gemeinde Jossgrund sowie im Westen an die Gemeinde Biebergemßnd.
Geschichte
Urgeschichte
Bereits um 650 v. Chr. war die Gegend keltisch besiedelt, wie der Ringwall Alteburg bei Biebergemßnd und auch die Wolferburg bei Hesseldorf belegen. Ob die salzhaltigen Quellen den Kelten schon bekannt waren, ist indes nicht gesichert. Auch ßber die Zeit der Spätantike und des frßhen Mittelalters ist wenig bekannt.cite-ref-3[3]
Mittelalter
Die älteste erhaltene Erwähnung des Namens Orbaha findet sich in einer Urkunde von 1059, in der KÜnig Heinrich IV. dem Kloster Fulda den Wildbann ßber den Spessart verleiht.cite-ref-4[4] Der darin beschriebene Grenzverlauf bezieht sich mit diesem Namen auf den Fluss. Die eigentliche Ersterwähnung des Ortes erfolgte in einer Urkunde vom 2. Oktober 1064, in der Heinrich IV. die Besitzung Orbaha ... mit Burg und ...Salzquellen ..., an die Kirche der Heiligen Stephan und Martin in Mainz, beziehungsweise den Erzbischof Siegfried I., der auch Erzkanzler des Reiches ist, schenkt.cite-ref-gvbo-5-0[5]
Bad Orb erhielt um 1244, unter dem Stauferkaiser Friedrich II. die Stadtrechte, was auch das Prägen einer Mßnze, des Orber Hälblings (halber Pfennig), einschloss. Aus dieser Zeit stammen die Reste der Stadtbefestigung, wie Mauern und Tore. Territorial gehÜrte Orb in dieser Zeit zu Kurmainz. Von 1428 bis 1566 war die Stadt allerdings an die Grafen von Hanau (ab 1456: Grafschaft Hanau-Mßnzenberg) verpfändet.cite-ref-6[6] Während die Grafschaft Hanau-Mßnzenberg sich Mitte des 16. Jahrhunderts der Reformation zuwandte, blieb Orb so durch seine Rßckkehr unter die Landeshoheit von Mainz rÜmisch-katholisch.
Neuzeit
Während des DreiĂigjährigen Kriegs schenkte KĂśnig Gustav Adolf von Schweden 1632 den mit ihm verbĂźndeten Grafen von Hanau-MĂźnzenberg die Stadt Orb. Sie konnten den neuen Besitz aber nur bis zur nächsten Wende des Kriegsgeschehens halten und verloren ihn 1634 wieder.cite-ref-7[7]
Durch den Reichsdeputationshauptschluss kam Orb zum FĂźrstentum Aschaffenburg, Oberamt Orb und Lohr, Amtsvogtei Orb. 1806 wurde das FĂźrstentum Aschaffenburg Teil des Primatialstaats Karl Theodor von Dalbergs, das Mitglied im Rheinbund war. Von 1810 bis 1813 lag Orb im GroĂherzogtum Frankfurt, Departement Aschaffenburg, Distrikt Orb. Als Ergebnis des Pariser Friedens kam Orb am 26. Juni 1814 zum KĂśnigreich Bayern, wo es im 1817 gegrĂźndeten Untermainkreis Sitz des Landgerichts Orb wurde. Am 1. Januar 1862 wurde aus den Landgerichten GemĂźnden und Orb das Bezirksamt GemĂźnden gebildet.
Bayern musste 1866 nach dem Ende des Deutschen Kriegs das Gebiet des Landgerichts Orb, mit Ausnahme von Aura, Deutelbach, Mittelsinn und Obersinn (Stand 1862) an das KĂśnigreich PreuĂen abtreten. Dort wurde es Teil des Kreises Gelnhausen, behielt aber als âAmtsbezirk Orbâ bis zum 31. März 1886, insbesondere kommunalverfassungsrechtlich, einen Sonderstatus.cite-ref-8[8]
Die ZugehĂśrigkeit zu PreuĂen endete mit der Schaffung von GroĂ-Hessen 1945. Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde der Kreis Gelnhausen am 1. Juli 1974 aufgelĂśst und ging im Main-Kinzig-Kreis auf,cite-ref-9[9] zu dem auch Bad Orb seitdem gehĂśrt.
Salzgewinnung und Solenutzung
Die Salzgewinnung aus mehreren Solequellen prägte das mittelalterliche und frĂźhneuzeitliche Stadtbild bis zum 19. Jahrhundert. Die Salzgewinnung erfolgte anfangs innerhalb der Stadtmauern am heutigen âSolplatzâ durch Eindampfen der Sole in groĂen Sudpfannen.cite-ref-10[10] Die vorausgehende Eindickung und Reinigung der Sole erfolgten durch Gradieren: In groĂen Verdunstungskästen setzten sich Ton, Kalk und Gips ab und bildeten sogenannte âGradiersteineâ, die noch AbdrĂźcke der Holzbohlen und Balken des Gradierkastens zeigen. Sie dienten später auch als Fundamente fĂźr Häuser an der Stadtmauer, neben dem Obertor. Ein solcher Gradierstein wurde 2002 beispielhaft am âSolplatzâ aufgestellt, weitere vor dem Museum in der Burg und im Orbtal.
Im 18. Jahrhundert wurde die langwierige und weniger effektive Kastengradierung aufgegeben. AuĂerhalb der Stadtmauern entstand â auf dem heutigen Kurparkgelände â vor allem auf Betreiben des Mainzer Amtmanns zu Lohr, Philipp Christoph von und zu Erthal,cite-ref-11[11] zwischen 1729 und 1748 eine neue Saline. Mit Sudhäusern, Salzmagazinen, Werkstätten und 10 Gradierwerken mit Schwarzdornreisig, wie sie bereits 1716 durch Joseph Todesco in Nauheim eingefĂźhrt worden waren, entsprachen sie dem Stand der Technik in dieser Zeit. In ihnen rieselte, auf einer Gesamtlänge von 2050 Metern die Sole. Sie wurde vielfach umgewälzt, um die Konzentration und Reinheit des salzhaltigen Wassers vor dem Siedevorgang zu erhĂśhen. Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte die Produktion des âweiĂen Goldesâ in Orb, mit einer Jahresproduktionen von bis zu 2000 Tonnen Salz ihren HĂśhepunkt.
Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde angesichts der Konkurrenz, die an gĂźnstigeren Standorten, mit industriellen Gewinnungsverfahren betrieben wurden, die Salzproduktion aus den schwachen Orber Brunnensolen unrentabel.cite-ref-12[12] Erste Ăberlegungen entstanden, das Naturprodukt Sole alternativ auch medizinisch zu nutzen. 1837 grĂźndete der in Erfurt geborene Apotheker Franz Leopold Koch (1782â1850), der 1807 nach Orb gekommen war, die erste Solbadeanstalt, mit acht Badekabinetten. Die Gebäude sind nicht mehr vorhanden. Seit 1909 ist Bad Orb staatlich anerkanntes Heilbad. Sanitätsrat Franz Josef Scherf, dem am Kurparkeingang ein Denkmal gesetzt wurde, verfestigte die Reputation Bad Orbs als Herzheilbad in der Weimarer Republik. Ab etwa 1900 etablierte sich der professionelle Kurbetrieb. 1912 wurde das Kaiser-Friedrich-Bad errichtet, das ebenfalls nicht mehr existiert.
| Nr. | Name | Eigenschaften | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| 1 | Philippsquelle | Kationen (mg/Liter): Lithium 6,88; Natrium 6.173; Kalium 393; Ammonium 2,79; Magnesium 230; Calcium 1.285; Strontium 15,4; Mangan 1,78; Eisen 22,1; Kupfer 0,007; Arsen 0,358. Anionen: Fluorid 1,16; Chlorid 10.587; Bromid 5,76; Iodid 0,17; Sulfat 1.458; Monohydrogenphosphat 0,01; Hydrogencarbonat 2.306. | Ausbautiefe: 73,5 m; Schßttung (Unterwasserpumpe): 30 m 3 /Std; Temperatur: 14,0 °C; Solegehalt: 1,7 %; pH-Wert 6,09. |
| 2 | Ludwigsquelle, | Kationen (mg/Liter): Lithium 4,16; Natrium 4.075; Kalium 255; Ammonium 1,80; Magnesium 138; Calcium 711; Strontium 9,8; Mangan 1,65; Eisen 15,02; Kupfer 0,051; Arsen 0,265. Anionen (mg/Liter): Fluorid 1,42; Chlorid 7.027; Bromid 3,71; Iodid 0,19; Sulfat 814; Monohydrogenphosphat 0,02; Hydrogencarbonat 1.589. | Ausbautiefe: 58 m; Schßttung (Unterwasserpumpe): 30 m 3 /Std; Temperatur: 8,5 °C; Solegehalt: 1,1 %; pH-Wert 5,89. |
| 3 | Martinusquelle | Kationen (mg/Liter): Lithium 3,53; Natrium 3.190; Kalium 207; Ammonium 1,61; Magnesium 154; Calcium 996; Strontium 11,4; Mangan 1,21; Eisen 12,5; Kupfer 0,005; Arsen 0,371. Anionen (mg/Liter): Fluorid 1,04; Chlorid 4.508; Bromid 2,64; Iodid 0,11; Sulfat 2.173; Monohydrogenphosphat 0,01; Hydrogencarbonat 1.789. | Ausbautiefe: 30,1 m; Schßttung (Unterwasserpumpe): 420 m 3 /Std; Temperatur: 14,0 °C; Solegehalt: 1,7 %; pH-Wert 6,06. |
| Jahr | Zahl der Kurgäste pro Jahr | Bemerkungen zur Zeit |
|---|---|---|
| 1900 | 1.968 | Anlage des Kurparks |
| 1914 | 5.012 | Beginn des Ersten Weltkrieges |
| 1928 | 9.388 | Kurz vor Weltwirtschaftskrise |
| 1938 | grĂśĂer 10.000 | Im Dritten Reich vor Kriegsbeginn |
| 1952 | grĂśĂer 20.000 | Beginnendes Wirtschaftswunder |
| 1964 | grĂśĂer 50.000 | Die Aufbaujahre |
| 1975 | 59.166 | Die Boomjahre |
| 1987 | 61.963 | Die Sättigung |
| 2024 | 62.931 [ 14 ] | |
cite-ref-15[15]
1884 grßndeten zwei Brßder, der Pfarrer Friedrich Hufnagel und der Arzt Wilhelm Hufnagel, eine Kinderheilanstalt, in der Bäder mit Sole angewandt wurden. Die Anstalt wurde bis zum Jahr 1999 als eine Diakonie-Stiftung betrieben. Nach einer Insolvenz wurde diese Klinik zweimal weiterverkauft. Die heutige Spessart-Klinik ist eine Klinik fßr Kinder und Erwachsene und befasst sich u. a. mit Kardiologie.cite-ref-16[16]
Siedlung Friedrichsthal in der Grauen Ruh
Der Mangel an Nahrungsmitteln fĂźr die rasch gewachsene BevĂślkerung von Orb (um 31 % von 1763â1785)cite-ref-17[17] veranlasste die kurfĂźrstliche Verwaltung, Ende des 18. Jahrhunderts, Ausschau nach mĂśglichen landwirtschaftlichen Nutzflächen zu halten. Bald stellte sich heraus, dass von zwei eventuell tauglichen Distrikten nur die âGraue Ruhâ, etwa eine Stunde FuĂmarsch von Orb entfernt, fĂźr eine Ansiedlung in Frage kam. Auf eine Ăśffentliche Ausschreibung meldeten sich 22 siedlungswillige Familien. Am 31. Juli 1787 wurde ein Ansiedlungsplan unter Bedingungen genehmigt. Er regelte unter anderem, dasscite-ref-franz-nikolaus-wolf-1824-18-0[18]:
⢠anfangs nur 10 Familien siedeln durften;
⢠die Siedler zunächst je 20 Morgen Ackerlandes erhielten, Weiteres sollten sie erst nach Urbarmachung des 1. Teiles erhalten;
⢠die Felder nur in Erbzins Ăźbernommen wurden und nur in eingeschränktem MaĂe unter die Erben aufgeteilt werden durften.
⢠Die Ansiedler zehn Jahre lang frei von Abgaben sind, âjedoch die Lasten Frohnde-Holzfuhren, gegen Beibehaltung der städtischen BĂźrgerrechte, der Beholzigung (Holzversorgung) und des Weidganges, gleich anderen BĂźrgern zu Orb leistenâ, jedoch von Tor- und Nachtwachen frei waren,cite-ref-franz-nikolaus-wolf-1824-18-1[18]
Die Siedler erhielten fĂźr die Neubauten einen Vorschuss von 150 Gulden, der nach sozialen Gesichtspunkten abgestuft rĂźckzahlbar war, und konnten sofort mit dem Hausbau sowie Urbarmachung und Ackerbau beginnen. Im FrĂźhjahr 1788 âwaren schon 8 Wohnhäuser und 2 Scheuern errichtetâ.cite-ref-wolf46-19-0[19]
Der Weiler wurde Friedrichsthal genannt, weil er unter der Regierung des KurfĂźrsten Friedrich Karl Joseph von Erthal gegrĂźndet wurde. 1824 zählte man, in neun Wohnhäusern, zwĂślf Familien und 65 Seelen. Friedrichsthal war ârings um mit Wald oder Ăśden Distrikten umgebenâ.cite-ref-wolf46-19-1[19]
Die schwierigen Anfangsbedingungen, das âunfruchtbare, teils aus schwarzem, mit Lettig (Lehm) vermischten und teils aus schwerem Sande bestehende Feldâ brachte schlechte Erträge. Auch Neurodungen brachten keine Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Es fehlte an DĂźngemitteln, da mangels guter Wiesen keine Viehzucht mĂśglich war. Die neue Kolonie hat daher âden GrĂźndungszweck nicht erreichtâ.cite-ref-wolf46-19-2[19] Die ehemals zum Mittelstand zählenden BĂźrger sanken ab zu TagelĂśhnern, die aus Not häufig Waldfrevel begingen und die daraus folgenden Strafen durch Forstarbeit abarbeiten mussten. Die Kinder konnten nur im Winter die Schule besuchen.
âBereits 30 Jahre nach GrĂźndung wurde in dem âAschaffenburger Departements-Blattâ vom 9. Januar 1813 die Versteigerung eines Anwesens verĂśffentlichtâ. Nach knapp 100 Jahren musste die Siedlung aufgegeben werden, denn âam 16. Juli 1879 schlossen die letzten Bewohner Friedrichsthals mit dem Forstfiskus einen Kaufvertrag ab. Nach AuflĂśsung des Weilers sind 9 Familien nach Orb gezogenâ.cite-ref-20[20] Sie gewannen z. T. das Baumaterial fĂźr ihre neuen Häuser aus dem Abbruch ihrer ehemaligen Behausung in der Grauen Ruh und transportierten es nach Orb.
Heute sind nur noch anhand von Kartenmaterial Standorte der ehemaligen Wohnhäuser, Scheunen und der Wasserentnahmestellen auszumachen.cite-ref-21[21] Zur Erinnerung an die Siedlung Friedrichsthal wurde in der Nähe ein Bildstock errichtet. Später kam eine Kapelle hinzu, in der noch jährlich Gottesdienste gefeiert werden. Den meisten Orbern ist auch der Scherzspruch bekannt: âIn der Grauen Ruh werden die Pfannkuchen nur auf einer Seite gebackenâ, der auf die Anordnung aller Häuser der Siedlung auf nur einer Wegseite zurĂźckgeht.
Die âOrber Revolutionâ vom 2. März 1849
Im Pariser Frieden von 1814 wurde Orb bayerisch. Die in Bayern 1818 eingefĂźhrte neue Verfassung galt 1848 bereits als veraltet. So fehlte es unter anderem an einer Trennung von Justiz, Verwaltung und Polizei. Auch die Vorrechte des Adels waren nicht revidiert worden. Hinzu kamen wirtschaftliche Faktoren, wie die Missernten in den Jahren 1846 und 1847. Orb litt auch speziell noch durch den Niedergang der Salzproduktion, aufgrund der Konkurrenz des industriell gefĂśrderten Salzes.
Die in Frankfurt am 28. März 1848 verabschiedete Verfassung wurde vom bayerischen KĂśnig abgelehnt. Republikanische und demokratische Bewegungen in Unterfranken forderten mehr Rechte fĂźr die BevĂślkerung ein. In Orb wurden 100 Flugblätter gefunden, die von MĂźnchen kommend, âSchimpfreden gegen den KĂśnig und die jetzigen Verhältnisse enthieltenâ.cite-ref-roman-fischer-1988-22-0[22] Im selben Jahr kam es zu judenfeindliche Ausschreitungen.cite-ref-23[23]
Eine Reihe von unaufgeklärten Straftaten, aus Not oder aus politischen GrĂźnden begangen, fĂźhrte letztlich zur Verlegung eines kleinen Truppenkontingents von Aschaffenburg nach Orb. Am 1. Dezember 1848 zogen 36 Soldaten in der zur Kaserne umfunktionierten Kleinkinderbewahranstalt am Untertor ein, 10 weitere Soldaten wurden im benachbarten HĂśchst stationiert. Eine solche, damals Ăźbliche MaĂnahme, musste von der Gemeinde finanziert werden. Diese Tatsache erzeugte noch zusätzliche Unruhe und Unmut in der BevĂślkerung.cite-ref-roman-fischer-1988-22-1[22]
Anfeindungen zwischen BĂźrgern und Soldaten, am 1. März abends, im Gasthaus âZum Braunen Hirschenâ (in einem der Patrizierhäuser), fĂźhrten zu tätlichen Auseinandersetzungen vor dem Gasthaus. Es gab Verletzte auf beiden Seiten. Die Soldaten wurden zum RĂźckzug in die Kaserne gezwungen. Sie blieben auch am Folgetag dort.
Am Nachmittag des 2. März wurde die BevĂślkerung durch die Sturmglocke des Rathauses alarmiert. Dem Ruf folgte eine groĂe Menge BĂźrger. Bewaffnet zogen sie zur Kaserne, nahm sie ein und vertrieb die Truppe. Noch im Abzug gab es Schusswechsel, mit verletzten Soldaten und BĂźrgern. Die Soldaten wählten, aus Furcht vor Hinterhalten, nicht den kĂźrzesten Weg nach Aschaffenburg.cite-ref-24[24]
⢠Die Obrigkeit reagierte mit der Entsendung eines Exekutionskommandos. Mit 500 Soldaten, 70 Pferden und 4 Kanonen traf es am 5. März vor Orb ein. Von einer kleinen AnhĂśhe vor der Stadt aus (dem AmtmannskĂźppel) wurden BlindschĂźsse aus Kanonen abgegeben. Sie beeindruckten dermaĂen, dass die Stadt ohne jeglichen Widerstand eingenommen werden konnte. Die Truppen wurden in der Stadt verteilt. Eine Reihe von Vorkehrungen sorgte dafĂźr, die gewaltsam hergestellte Ruhe zu bewahren. Dazu zählte es, den Gebrauch der Ratsglocke zu verbieten und durch âständige ManĂśver die Gefechtsbereitschaft Ăśffentlichkeitswirksam zu demonstrierenâ.cite-ref-fischer9-25-0[25]cite-ref-26[26]
Am 9. März wurden 207 Waffen der BĂźrger eingesammelt und konfisziert. In der folgenden Nacht wurden 17 RädelsfĂźhrer verhaftet und gleich am Folgetag, unter starker Bewachung, nach Aschaffenburg verbracht. Am 16. März zog auch ein groĂer Teil der Truppe ab, sodass nur noch 154 Soldaten verblieben.cite-ref-fischer9-25-1[25]
Schon bald nach dem Geschehen, aber vergebens, versuchte der Landtagsabgeordnete Ignatz Schopp aus Orb â...ein Militärgerichtsverfahren gegen Soldaten des Orber Detachements in Gang zu bringenâ.cite-ref-27[27] Im Ergebnis der schlieĂlich erfolgten juristischen Aufarbeitung der âRevolutionâ wurde Orb dazu verurteilt etwa ein Drittel der Kosten fĂźr das 500 Mann starke Kommando zu tragen. Aufwändiger war die Strafverfolgung der beteiligten Personen. Sie zog sich Ăźber drei Instanzen. Von 32 Beschuldigten wurden, in einem Schwurgerichtsverfahren, im Mai 1850, letztlich nur neun Personen verurteilt. In den seit Ende 1848 in Bayern eingefĂźhrten Schwurgerichten (eine wesentliche Forderung der Demokraten) urteilten von der Staatsgewalt unabhängige BĂźrger. So fielen die Urteile im Falle Orb relativ milde aus (zwischen 3 und 15 Monaten Haft). Nach 10 Jahren und diversen Eingaben wurde auch ein Teil der konfiszierten Waffen rĂźckerstattet.cite-ref-28[28]
Nationalsozialismus
Von Dezember 1939 bis April 1945 befand sich an der Wegscheide das Stammlager IX B. Die Kriegsgefangenen mussten beispielsweise bei der Salzgewinnung, in der lokalen und regionalen Industrie oder in der Landwirtschaft Zwangsarbeit leisten. Im Lager waren zwischen 20.000 und 30.000 Männer untergebracht. Viele starben am Mangel an Ernährung und Unterbringungen sowie an Typhus, alleine 1.430 russische Kriegsgefangene, die in Massengräbern begraben sind. Im Januar 1945 wurden 350 Männer in das KZ Buchenwald deportiert.cite-ref-29[29]cite-ref-30[30]cite-ref-31[31]
Spuren jĂźdischen Lebens in Bad Orb
Schon im Spätmittelalter sind in Orb jßdische Mitbßrger nachweisbar, sie fielen einer Judenverfolgung im 14. Jahrhundert zum Opfer. Im 15. Jahrhundert standen Juden dort unter dem Schutz der Grafen von Hanau.cite-ref-aj-32-0[32] 1725 trat die Stadt Orb der jßdischen Gemeinde einen Platz zur Errichtung eines Kirchhofs ab. Er wurde nach 1823, wegen seiner Stadtnähe, aus sanitären Grßnden wieder geschlossen. Der Platz wurde später zum städtischen Holzhof. Danach, ab 1841 bis 1927, erfolgten Beerdigungen zunächst auf dem jßdischen Friedhof in Aufenau.cite-ref-33[33]cite-ref-34[34]
1870 wurde in Orb eine Synagoge eingeweiht: es âhandelte es sich um einen zweigeschossigen Massivbau mit dem Haupteingang vom Solplatz. Vom Eingangsflur fĂźhrte eine Treppe zur Empore und der Lehrerwohnung im Obergeschoss sowie zu einem rituellen Bad im Keller. Im Erdgeschoss war links vom Eingang die Schulstube, rechts befand sich der Betsaalâ.cite-ref-aj-32-1[32] Die Stadtgeschichte weist fĂźr das Jahr 1904 sechzehn jĂźdische Familien aus, aus denen drei Männer Mitglieder des Stadtrats waren. Die Zahl jĂźdischer Bewohner im 19. und bis Anfang des 20. Jahrhunderts lag etwa konstant zwischen 75 und 90 Personen. Durch ihre Verfolgung und Ermordung im Holocaust durch den NS-Staat ist das Zusammenleben mit den jĂźdischen Bewohnern in Bad Orb zerstĂśrt, und diese schlieĂlich aus Bad Orb vertrieben worden.cite-ref-35[35]cite-ref-36[36]cite-ref-37[37]
Heute gibt es in Bad Orb noch eine Reihe von Zeugnissen frĂźheren jĂźdischen Lebens und Wirkens. Da ist zum einen eine Gedenktafel am Soleplatz. Befestigt an einem Gradierstein, weist sie darauf hin, dass es an diesem Platz bis 1938 eine Synagoge gab. Durch den Fortzug der jĂźdischen BevĂślkerung, unter dem Nazidruck und die VeräuĂerung, blieb das Gebäude in der Reichspogromnacht am 9. November 1938, ähnlich wie in den Nachbarstädten Wächtersbach und Gelnhausen unangetastet.
An die jĂźdische Gemeinde und ihre Mitglieder, insbesondere an diejenigen, die im Dritten Reich unschuldig verfolgt wurden, erinnern auch diverse Stolpersteine, die in der Stadt zu finden sind.cite-ref-38[38]cite-ref-39[39] SchlieĂlich gibt es in Bad Orb seit 1927 einen jĂźdischen Friedhof, der ab 1928 belegt wurde. Auf ihm wurden jedoch, wegen der Vertreibung aller jĂźdischen MitbĂźrger aus Bad Orb, bis 1935 nur 11 Gläubige bestattet.cite-ref-40[40] Seit April 2020 erinnert ein Gedenkstein, vor diesem Friedhof aufgestellt, und gestaltet von der Steinmanufaktur Scheler, an das Schicksal der Juden in Orb.cite-ref-41[41]
In Erinnerung bleibt auch der sehr angesehene jĂźdische Arzt Rudolf Weinberg. Er war ab etwa 1900 bis 1941 in Orb tätig. Nach ihm ist die Doktor-Weinberg-StraĂe benannt und auch ein Stolperstein erinnert an ihn.cite-ref-42[42]
Die Sage des Peter von Orb
Aus der Spessartsagen-Sammlung Adalbert von Herrleins stammt die Geschichte um den Räuber Peter von Orb, der im DreiĂigjährigen Krieg sein Unwesen trieb. Er wurde von der Obrigkeit gefangen genommen, im Wartturm auf dem Molkenberg eingesperrt und zum Hungertod verurteilt. Ein Fuchs, den der Protagonist gezähmt hatte und der seinen Herrn witterte, grub sich unter dem Turm zu ihm durch. Peter von Orb erweiterte den Gang und konnte fliehen. Er wurde nie mehr gesehen. Man fand aber den Fuchs, der ihn befreit hatte. Er wurde erschlagen und in dem Gang begraben, den er zur Befreiung seines Herrn gegraben hatte. Auf die Ăffnung legte man einen schweren Stein, der Fuchsstein genannt wird und am FuĂe des Wartturms zu sehen ist.cite-ref-43[43]
Vor einer Bank im Ortszentrum steht eine Bronzeplastik von Hans Prasch, die Peter von Orb und seinen Fuchs darstellt. Nach eigenen Angaben der Stadt Bad Orb sei dies womĂśglich die einzige Skulptur eines Räubers, der eine Bank âbewachtâ.
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,cite-ref-44[44] in Vergleich gesetzt zu frßheren Kommunalwahlen:cite-ref-45[45]cite-ref-46[46]cite-ref-47[47]
| | Parteien und Wählergemeinschaften | Parteien und Wählergemeinschaften | % 2021 | Sitze 2021 | % 2016 | Sitze 2016 | % 2011 | Sitze 2011 | % 2006 | Sitze 2006 | % 2001 | Sitze 2001 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 37,5 | 12 | 32,9 | 10 | 41,2 | 13 | 28,9 | 9 | 24,4 | 7 |
| | SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 9,0 | 3 | 21,1 | 7 | 35,3 | 11 | 33,8 | 10 | 32,9 | 10 |
| | FWG | Freie Wählergemeinschaft Bad Orb | 18,8 | 6 | 16,3 | 5 | 21,9 | 7 | 27,9 | 9 | 31,9 | 10 |
| | FBO | FĂźr Bad Orb [ 48 ] | 11,5 | 3 | 29,6 | 9 | â | â | â | â | â | â |
| | GRĂNE | BĂźndnis 90/Die GrĂźnen | 23,2 | 7 | â | â | â | â | â | â | â | â |
| | FDP | Freie Demokratische Partei | â | â | â | â | 1,6 | 0 | â | â | â | â |
| | Bad Orber Liste-F.D.P. | Bad Orber Liste- Freie Demokratische Partei | â | â | â | â | â | â | 9,3 | 3 | 5,5 | 2 |
| | REP | Die Republikaner | â | â | â | â | â | â | â | â | 5,3 | 2 |
| | gesamt | gesamt | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 |
| | Wahlbeteiligung in % | Wahlbeteiligung in % | 48,4 | 48,4 | 50,0 | 50,0 | 48,0 | 48,0 | 52,3 | 52,3 | 63,8 | 63,8 |
BĂźrgermeister
Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der BĂźrgermeister fĂźr eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Bad Orb neben dem BĂźrgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und neun weitere Stadträte angehĂśren.cite-ref-49[49] BĂźrgermeister ist seit dem 10. März 2022 Tobias Weisbecker (CDU), der in der Kommunalpolitik zuletzt Fraktionsvorsitzender seiner Partei war.cite-ref-tw-50-0[50] Er setzte sich am 10. Oktober 2021 in einer Stichwahl gegen Amtsinhaber Roland WeiĂ, der sich um eine zweite Amtszeit beworben hatte,cite-ref-rw-51-0[51] bei 43,0 Prozent Wahlbeteiligung mit 67,6 Prozent der Stimmen durch.cite-ref-52[52]
⢠2022â2028 Tobias Weisbecker (CDU)cite-ref-tw-50-1[50]
⢠2016â2022 Roland WeiĂcite-ref-rw-51-1[51]
⢠2010â2016 Helga Uhl
⢠1998â2010 Wolfgang Storck (CDU)cite-ref-55[55]
⢠1986â1998 Hugo Metzler (CDU)
⢠1968â1986 Robert Bauer (SPD)
⢠1962â1968 Christian Weisbecker (CDU)
⢠1945â1961 Anton Drisch (SPD)cite-ref-56[56]
⢠1945 Johannes WeiĂbecker (von der US-Militäradministration eingesetzt)
⢠1933â1945 Hans Weiler
⢠1929â1933 Benno Schubert
⢠1916â1929 Eduard Schreiber
⢠1912â1916 Hans Dahmann
⢠1900â1912 Albert Toermer
⢠1896â1900 Schoenhuth
⢠1896 Freiherr Schenk zu Schweinsberg (kommissarisch)
⢠1893â1896 Hugo Menzel
Wappen
Nach dem heiligen Martin, Schutzpatron der Stadt, sind eine katholische Kirche, eine Schule, ein Kindergarten, das Caritas-Altenheim und die kath. Pfarrgemeinde benannt. Die Orber Stadtfarben sind weiĂ und blau.
Städtepartnerschaften
Seit 2003 besteht eine Partnerschaft der Stadt Bad Orb mit der russischen Stadt Istra, die 56 km westlich von Moskau liegt. Vorausgegangen sind: 1991 die GrĂźndung der Freundschaftsinitiative Istra e. V.cite-ref-58[58] und 1992 die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen dem Main-Kinzig-Kreis und dem Kreis Istra. Die Initiative sorgte bereits seit der Systemwende, am Anfang der 1990er Jahre, fĂźr Kontakte und Begegnungen mit Menschen der russischen Region, darunter waren auch Busfahrten nach Istra, mit groĂer Beteiligung von BĂźrgern aus Bad Orb und Umgebung, Mitte der 1990er Jahre.
Ăffentliche Einrichtungen
Schulen
In Bad Orb befindet sich am Burgring die Martinus-Schule als eine Grund- und Hauptschule. Weiterhin gibt es die Kreisrealschule an der MichaelstraĂe 5. Sie ging aus der ehemaligen bischĂśflichen, später städtischen Lateinschule hervor. DarĂźber hinaus ist Bad Orb an die Friedrich-August-Genth-Schule (kooperative Gesamtschule) in Wächtersbach, das Grimmelshausen-Gymnasium in Gelnhausen und die Henry-Harnischfeger-Schule (integrierte Gesamtschule) in Bad Soden-SalmĂźnster angebunden.
Seit 2025 entsteht in Bad Orb mit der ALEA SCHOOL eine internationale Schule in freier Trägerschaft. Die Schule ist als bilinguales Gymnasium konzipiert und soll neben dem deutschen Abitur auch das International Baccalaureate (IB) anbieten. Der Unterricht begann im Schuljahr 2025/26 zunächst in provisorischen Räumlichkeiten. Fßr die kommenden Jahre ist ein eigener Schulcampus im Kurviertel geplant.cite-ref-59[59]
Kindertagesstätten
In der Stadt gibt es vier Kindertagesstätten:
⢠die Kindertagesstätte Martincite-ref-60[60]
⢠die Kindertagesstätte Michaelcite-ref-61[61]
⢠Kinderkrippe MaMiFricite-ref-64[64]
Es werden Kinderkrippen- wie Kindergartenplätze angeboten, ebenso Ganztagsplätze und Mittagessen.
Nahverkehr, Stadtbus und Bahnanschluss
Ganzjährig verkehren in Bad Orb mehrere Buslinien der KVG. Sie schaffen mit den Linien MKK-80, MKK-81, MKK-82 und MKK-83 Üffentliche Verkehrsanschlßssecite-ref-65[65] in die Gemeinden im Jossgrund, nach Biebergemßnd, nach Wächtersbach mit dem barrierefreien Bahnhof Wächtersbach an der Kinzigtalbahn Frankfurt-Fulda, nach Bad Soden-Salmßnster und zum Bahnhof Gelnhausen sowie dem Grimmelshausen-Gymnasium, ebenso wie zur Nachbargemeinde FlÜrsbachtal. Es gilt der Tarif des RMV. Einige Linien (mit Kennzeichnung A) werden ßber das Anrufsammeltaxi bedient. Die Stadtbus-Linien MKK-84 und MKK-85 sorgen fßr innerÜrtliche Verkehrsanbindung.cite-ref-66[66]
Der regelmäĂige Verkehr auf der Bahnstrecke WächtersbachâBad Orb endete 1995; sie wird saisonal mit Schmalspur-MuseumsdampfzĂźgen betrieben.cite-ref-67[67]
Freiwillige Feuerwehr Bad Orb
Die Freiwillige Feuerwehr Bad Orb hat im Gewerbegebiet Au einen eigenen Stßtzpunkt. Gegrßndet wurde sie im Jahr 1901, im Jahr 1964 kam eine Jugendfeuerwehr und 2007 die Kinderfeuerwehr hinzu. Die Einsatzabteilung besteht aktuell (2020) aus 56 aktiven Kameraden, die Jugendfeuerwehr zählt 19 Personen, die Kindergruppe besteht aus 23 Kindern.cite-ref-68[68]
Die Einsatz- und Gefahrenschwerpunkte der Bad Orber Feuerwehr liegen, neben den traditionellen Aufgaben bei Einsätzen:
⢠am Autobahnabschnitt A66,
⢠in Kurkliniken,
⢠in groĂen Waldgebieten,
⢠bei ßberÜrtlichen Tätigkeiten.
Ein auĂergewĂśhnliches Ereignis in der Geschichte der Bad Orber Feuerwehr war 1983 der Brand in der Martinskirche, die dabei bis auf die Grundmauern zerstĂśrt wurde.
2018 kaufte der FĂśrderverein der Freiwilligen Feuerwehr Bad Orb das LĂśschgruppenfahrzeug 8, welches von 1949 bis 1984 in Dienste der Bad Orber Feuerwehr stand, von einem Sammler zurĂźck. Das Fahrzeug wird seitdem ehrenamtlich restauriert und instand gehalten.cite-ref-69[69]
Technisches Hilfswerk, Ortsverband Bad Orb
1962 wurde der Ortsverband Bad Orb des THW gegrĂźndet.cite-ref-70[70] Im Februar 2001 erfolgte die GrĂźndung einer Jugendgruppe des Ortsverbandes. Ab 1970 wurde der THW Bad Orb in stärkerem MaĂe bei Verkehrsunfällen eingesetzt. Standortbedingt konzentrieren sich die Tätigkeiten auf Hochwassereinsätze, beispielsweise in Maintal-DĂśrnigheim, Hanau, Erlensee, Gelnhausen und Bad Soden-SalmĂźnster, aber auch ĂźberĂśrtlich in Polen, Dessau, Dessau-Waldersee und Wetzlar. In Erinnerung sind auch zwei Hilfskonvois, Anfang der 90er Jahre, in die Sowjetunion und ein HilfsgĂźtertransport nach Rumänien. Im Jahr 2021 wurde der Ortsverband Bad Orb bei der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz eingesetzt.cite-ref-71[71]
Wirtschaft
Salz und Gesundheitswesen
Der historische Hauptwirtschaftsfaktor â die Salzgewinnung â wurde 1899 endgĂźltig aufgegeben und durch den Kurbetrieb abgelĂśst (s. o.). Zwecks Anlage des Kurparks auf dem ehemaligen Salinengelände wurden alle Gradierwerke bis auf das jĂźngste und grĂśĂte, 1806 errichtete, abgerissen.
Heute ist neben dem Gesundheitswesen und Kurbetrieb (Kliniken, Rehazentren, Arztpraxen, Krankengymnastik) der Tourismus die Haupteinnahmequelle (Hotels, Pensionen, Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistungsbetriebe). Ca. 70 % der Arbeitsplätze hängen nach eigenen Angaben der Kur-Administration an diesen Branchen.cite-ref-72[72]
Nach der groĂen Gesundheitsreform der 1990er Jahre und einer Krise um die Jahrtausendwende, insbesondere mangels einer Thermenanlage, die zeitgenĂśssischen AnsprĂźchen genĂźgt, setzt die Stadt auf wirtschaftlichen Aufschwung mit der 2010 erĂśffneten âToskana-Thermeâ (s. u.). Hinzu kommen eine Reihe kultureller Aktivitäten und Veranstaltungen.
Neben den traditionellen Anwendungen im Bereich Kur und Sole sind in Bad Orb ergänzende Gesundheits- und Diagnostikangebote geplant. Dazu zählt insbesondere das neue Bade- und Diagnostikzentrum BALNOVA, das moderne Anwendungen im Bereich Prävention, Rehabilitation, Physiotherapie und Wellness anbietet. Das Zentrum ergänzt die bestehende Kurinfrastruktur und knĂźpft an die lange Tradition des Heilbades an, indem es klassische Solebäder mit zeitgemäĂen medizinischen und regenerativen Anwendungen verbindet.cite-ref-73[73]
Die Zigarrenindustrie
Mit den niederländischen Wallonen kam 1609, der Anbau von Tabak nach Hanau. Ganze 200 Jahre später fasste dort auch die Zigarrenindustrie FuĂ, um schon in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ins Umland abzuwandern.cite-ref-74[74] Sie zogen nach MĂśmbris, Somborn, Gelnhausen und viele andere Orte, wie auch nach Orb.
Die Firmen 1865 kaufte die Hanauer Zigarrenfirma Oldenkott & Co. die Burg in Orb und baute sie zu einer Zigarrenfabrik um.cite-ref-75[75] Es folgten 12 weitere Zigarrenfabriken nach Orb: Heinrich Rieger & Co., Freiwerk, Gebr. Schulte, Ludwig Grau (HaselstraĂe), Behrmann & Schulze, Limbert & Co., Seeliger & Krug, Gebr. LĂśb, Wald & Walter, Heinrich Seickel, Josef Metzler und Christian Weisbecker (Marktplatz).cite-ref-76[76] Die Firmen waren sehr unterschiedlich in ihrer GrĂśĂe und Bedeutung, und reichten von WerkstattgrĂśĂe bis zum Industriebetrieb mit bis an die 100 Mitarbeitern.
Die Mitarbeiter Um 1900 fanden bereits rund 500 Frauen und Männer, also jeder siebte Einwohner der Stadt Orb in einer der Zigarrenfabriken seinen Lohn. 1905 waren es 505 Arbeiter und 229 Arbeiterinnen. In der Vorkriegszeit steigerte sich die Zahl in Orb sogar noch auf bis zu 1000, Ăźberwiegend weibliche Mitarbeiter. Die Mitarbeiter begannen häufig bereits mit 14 Jahren, nach Abschluss der Schule und blieben ein Leben lang ihrer Zigarrenfabrik treu.cite-ref-77[77] In der Zigarrenbranche, die auch Heimarbeit kannte, war eine Reihe von Spezialisten beschäftigt, die von der Wickelmacherin, Ăźber die Zigarrenmacherin, Ăźber die Sortierer bis zu den Kistenmachern reichte. Der Lohn war mit 9,30 RM pro Woche fĂźr die Wickelmacherin, und 12,90 RM pro Woche fĂźr die Zigarrenmacherin äuĂerst niedrig.cite-ref-78[78] Der Ruf der Mitarbeiter als âZigarrenmenscherâ klang auch nicht schmeichelhaft.
Weiteres Die Zigarrenmarken wie: âDeutschmeisterâ, âFlottenchefâ, âGouverneurâ, âKurdirektorâ, âLa Sabrosaâ (die Leckere) oder âSenatorâ, waren weit Ăźberregional bekannt, während ein Name wie âSanitätsrat Dr. Scherfâ eher lokale Konsumenten ansprach.
FĂźr den allmählichen RĂźckgang der Zigarrenproduktion in Orb im 20. Jahrhundert gab es sicherlich eine Reihe von GrĂźnden. Einer davon war wohl der Aufstieg der Stadt zum âBadâ im Jahre 1909 und der dadurch verursachte Verlust verfĂźgbarer Arbeitnehmer. Aber auch der rasante Siegeszug der Zigarette spielte sicher eine Rolle. Noch bis 1935 befand sich die Zigarrenfabrik Oldenkott & Co in der Burg. Die letzte Zigarrenfabrik in Bad Orb schloss 1974.cite-ref-79[79]
Bauwirtschaft
In Bad Orb sind mehrere Baufirmen tätig. 1946 grĂźndete hier Karl SchĂśning die Strassing Bau-GmbH (StraĂen- und Ingenieurbau). Die Firma entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem mittelständischen Betrieb mit 3 Filialen (Fulda, Nidda, Offenbach am Main) und mit mehr als 300 Mitarbeitern. Sie war prägend fĂźr die Entwicklung der Region.cite-ref-80[80] Die aktuellen Standorte der Firma sind Bad Soden-SalmĂźnster, Erfurt und Bad WĂźnnenberg.
In den 2020er-Jahren prägten zudem Bauprojekte im Zusammenhang mit der ALEA-Initiative die städtebauliche Entwicklung Bad Orbs. Dazu zählen der Neubau des Bade- und Diagnostikzentrums BALNOVA, die Errichtung des ALEA PARK mit Freizeit- und Sportanlagen sowie der Aufbau der ALEA SCHOOL. Die Projekte umfassten sowohl Neubauten als auch die Aufwertung bestehender Infrastrukturen im Kur- und Stadtgebiet und trugen zur Modernisierung des Ortsbildes bei.cite-ref-81[81]
Sonstiges
Parallel halten sich einige Traditionsbetriebe. Ein lokales Produkt ist der sogenannte âBad Orber Solschinkenâ, der nach einem patentierten Verfahren in Buchenholz geräuchert und mit Salinensalz gepĂśkelt wird.
Verkehrsanbindung
StraĂe
Die StraĂenanbindung Bad Orbs erfolgt Ăźber die LandesstraĂe L3199. Sie fĂźhrt im SĂźden nach BurgjoĂ (Jossgrund), im Norden bindet sie an der Eisernen Hand an die BundesstraĂe B 276 und die A 66, (Anschlussstelle Bad Orb/Wächtersbach (AS 45))cite-ref-82[82] an. Weitere Verbindung stellen die KreisstraĂe K 887 nach Aufenau (Wächtersbach) und die KreisstraĂe K 890 nach Lettgenbrunn (Jossgrund) dar.
Bahn
Der Eisenbahnverkehr auf der normalspurigen Bahnstrecke WächtersbachâBad Orb wurde infolge eines Unfalls 1995 eingestellt. Seit 2001 verkehrt sonn- und feiertags in den Sommermonaten auf der nun auf 600 mm zurĂźckgesetzten, schmalspurigen Strecke, als reine Museumsbahn, die Dampfkleinbahn âEmmaâ.
Zur Anbindung ans Bahnnetz siehe Abschnitt Nahverkehr, Stadtbus und Bahnanschluss.
Kultur und SehenswĂźrdigkeiten
BĂźchereien
Die beiden Kirchen in Bad Orb betreiben jeweils eigene, Ăśffentliche GemeindebĂźchereien. Dies sind: die Katholische BĂźcherei Bad Orb und die Evangelische GemeindebĂźcherei-Martin-Luther-Kirche.
Daneben gibt es eine StadtbĂźcherei, in der Zehntscheune, an der BurgringstraĂe.
Theater
Bad Orb verfĂźgt Ăźber ein in der Region bekanntes Kurtheater, in dem regelmäĂig Konzerte, Gastspiele und Kunstausstellungen stattfinden, weiterhin gibt es die jährlich, abwechselnd als âHolzhof-Festspieleâ oder im Saal stattfindenden AuffĂźhrungen der Schauspiel- und Theatergruppe âPeter von Orbâ (seit 1999).
Museen
Im Palas der Burg Bad Orb gibt es ein Heimatmuseum, das vom Geschichts- und Heimatverein der Stadt betreut wird und Ăźber die Geschichte der Stadt informiert.
Gefallenen-Gedenkkreuz
An die Toten des Ersten- und Zweiten Weltkrieges erinnert ein Ehrenkreuz. Es wurde auf Initiative von Pfarrer Alfons Lins und Johann HeĂberger, auf dem Kasselberg (frĂźher Galgenberg) aufgerichtet und am 12. Juni 1949 feierlich, mit Vertretern beider Kirchen eingeweiht. âZur Einweihung des Kreuzes ⌠verfasste der Bad Orber Heimatdichter Richard Kleespies ein Gedichtâ.cite-ref-83[83] Die Anlage besteht aus einem aus Sandstein gemauerten Altar und einem darĂźber ragenden 8 m hohen Kreuz, seit 1999 aus Leimbinderbalken (frĂźher Lärchenholz). Durch seine exponierte Lage ist das Ehrenkreuz von der Stadt aus gut sichtbar und vom Kreuz her bietet sich ein schĂśner Blick auf die Stadt (siehe Kap. Panoramen).
Musik
Kurorchester
In der Konzerthalle Bad Orb werden regelmäĂig Musikkonzerte aufgefĂźhrt, u. a. vom Kurorchester Bad Orb und dem SĂźdhessischen Kammerorchester unter der Leitung von Musikdirektor Jaroslav Bilik.cite-ref-84[84]
Opernakademie
Seit 1987 ist die Opernakademie in Bad Orb ansässig, die von 1990 bis 2013 von Carlos Krause geleitet wurde. Sie fÜrdert junge Gesangstalente, durch die jedes Jahr präsentierten Opern-Auffßhrungen.cite-ref-85[85]
Bad Orb im Lied
Vielfältig wird die Stadt Bad Orb musikalisch gewßrdigt.
⢠So hat sie zunächst eine eigene Hymne, das Orber Lied mit dem Titel All Heil Bad Orb im Spessartwald, komponiert von Georg Henkel auf einen Text des Heimatdichters Julius Tßrck.
⢠Etwas weniger bekannt ist âMein Orbâ von A. Rudolph, ein Lied, das auch vom Autor vertont wurde.cite-ref-88[88]
⢠Eine grĂśĂere Popularität, insbesondere unter Jugendlichen, erzielte dagegen das âLied vom Orber Sprudelâ, von Wilhelm Luh., die Vertonung besorgte der Musiker und Sohn der Stadt Friedrich Siebert.cite-ref-89[89] Hier die erste Strophe:
Orb liegt zwar nicht am grĂźnen Rhein,
Sein Bächlein das ist winzig.
An seinen Ufern wächst kein Wein,
Doch flieĂt es hin zur Kinzig.cite-ref-90[90]
⢠Und schlieĂlich hat die deutsche Rockband Rodgau Monotones 1995 ein Lied Ăźber die Stadt mit ihrem Kurangebot unter dem Titel Bad Orb, Bad Orb, mit der Melodie des Sinatra-Hits New York, New York als Single auf den Markt gebracht. Es ist eine Persiflage auf die Wahlheimat, der an vielerlei hinderlichen Krankheiten leidenden Gäste.
⢠Im Jahr 2025 entstand eine Neufassung des traditionellen Orber Liedes in Zusammenarbeit mit der Initiative ALEA und dem Sänger und Songschreiber Joshua Harfst. Die Neuauflage soll die Hymne Bad Orbs musikalisch und filmisch in die Gegenwart ßbertragen. Das Lied ist ßber Streamingdienste verfßgbar, das zugehÜrige Musikvideo wurde Anfang Dezember verÜffentlicht.cite-ref-91[91]
Die âHeiligenâ - Denkmäler der VolksfrĂśmmigkeit und Rätsel
Die Stadt Bad Orb, wie die gesamte Gemarkung und auch die Umgebung der Stadt sind geschmĂźckt mit einer FĂźlle von BildstĂścken, Feld- und Wegkreuzen, aber auch mit Bildbäumen, Heiligenfiguren und âbildern bis hin zu kleinen Kapellen. Sie erinnern an PersĂśnlichkeiten, an Tod, UnglĂźck oder Errettung aus schwierigen Situationen, sind auch Gedenk- und Andachtsstätten. Insbesondere wegen ihrer groĂen Zahl, stellen sie einen starken Beleg der VolksfrĂśmmigkeit dar. So finden sich allein im Stadtgebiet 34 einzelne Objekte.cite-ref-92[92] Weitere 34 BildstĂścke u. Ă. werden in der nahen Umgebung aufgezählt und beschrieben.cite-ref-93[93]
Von den meisten dieser Gedenkpunkte ist deren Hintergrund und Entstehungsgeschichte bekannt, es gibt aber auch Andere, solche die rätselhaft bleiben. Zu Letzteren zählt der Bildstock sowie der zugehĂśrige âJohann-Steinâ an der Gedenkstätte âDie drei Birkenâ.cite-ref-94[94] Die Person im Mittelpunkt, ein Franzose namens Jean (Johann), der bei einem Gewitter umgekommen sei, ist fest in der Ăśffentlichen Erinnerung verhaftet. Gleichzeitig fehlt er aber in offiziellen Dokumenten, wie etwa dem Kirchenbuch, das zu seiner Zeit auch alle Todesfälle aufzeichnete.cite-ref-95[95]
Bräuche und regelmäĂige Veranstaltungen
RegelmäĂige Veranstaltungen
Zu den regelmäĂigen Veranstaltungen zählen:
⢠StadtfĂźhrungen â Sie finden Ăźber das ganze Jahr hinweg, regelmäĂig jeden Samstag um 10:00 Uhr, ab Gradierwerk statt und dauern 1,5 h
⢠die Lichtermeere im Kurpark
⢠FĂźhrungen auf dem BarfuĂpfad werden angeboten
⢠Fßhrungen auf dem Orber Dornsteinweg werden saisonal angeboten
⢠die Kunstausstellung âDialog der Elementeâ findet seit dem Jahr 2000 regelmäĂig im FrĂźhjahr statt. 20 KĂźnstler aus Bad Orb und der Region stellen drei Wochen lang im Gartensaal der Konzerthalle ihre Werke vor. Sie sind aus dem Bereich Malerei und Fotografie sowie kĂźnstlerische Objekte, gefertigt aus unterschiedlichen Materialien, ebenso Skulpturen. Es ist eine Veranstaltung des Kulturkreises Bad Orb e. V., unterstĂźtzt durch die KulturfĂśrderung des Main-Kinzig-Kreises und die Bad Orb Kur GmbH.cite-ref-96[96]
⢠der Faschingsumzug ist einer der HĂśhepunkte des Bad Orber Karnevals. Nach einer langen Pause, die vom Ersten bis nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte, lebte in Bad Orb die Fastnachtstradition in den 1950er-Jahren wieder auf. Viele Vereine bringen sich darin ein. Zeitweise gab es auch ein Prinzenpaar; ein Bad Orber Karnevalsschlager gehĂśrt ebenso zum lokalen Fasching, wie das ErstĂźrmen des Rathauses, Fastnachtsbälle und das Treiben in StraĂen und Gaststätten.cite-ref-97[97]
⢠seit 1987 präsentiert die Opernakademie, gewÜhnlich im August ihre Opern. Mit jeweils 3 Auffßhrungen und insbesondere wegen ihres fÜrdernden Charakters, haben die Veranstaltungen eine ßberregionale Ausstrahlung.
⢠die Theatergruppe âPeter von Orbâ fĂźhrt jährlich, abwechseln auf dem Holzhof oder in einem Saal eine Theaterinszenierung auf
⢠ein wichtiges Fest ist auch das Gradierwerkfest am 3. Oktober, hier geht es um die Erhaltung der Saline
⢠am Tag des Gradierwerkfestes findet mittlerweile traditionell ein freies Oldtimertreffen fßr Motorräder und Autos der letzten einhundert Jahre statt
⢠zum Jahresausklang bietet die Opernakademie die Veranstaltung Heiteres aus Oper und Operette. Sie zählt bereits zur Bad Orber Musiktradition
⢠In der Regel alle zwei Jahre am zweiten September-Wochenende findet in Bad Orb das Internationale Blasmusikfest der Jugend Europas statt. 2006 nahmen 20 Musikkapellen aus sechs Nationen mit rund 1.000 Musikern daran teil, im Jahr 2012 waren es mehr als 37 Kapellen mit ßber 1300 Musikern, im Jahr 2018 waren es mehr als 30 Musik-Vereine aus 13 Ländern.cite-ref-98[98]
⢠Auf der Turnerwiese am Molkenberg findet einmal jährlich das Whitsun Open-Air-Festival statt.
Brauchtum
⢠Spitznamen, in Orb auch Uznamen genannt, sind eng mit dem Orber Karneval verbunden. Bei ihrer Entstehung spielen persĂśnlichen Eigenarten, Berufe oder Ereignisse eine Rolle, die dann, meistens im Dialekt, zu einem einmaligen und meistens humoristisch eingesetzten Merkmal einer Person werden. Das Besondere an diesem Brauch in Bad Orb ist nicht nur die Vielzahl von Personen, die durch einen Uznamen âgeadeltâ werden, sondern auch das Alter dieser Tradition, die nachweislich bis 1922 zurĂźckreicht, als eine erste Uznamenchronik verĂśffentlicht wurde.cite-ref-99[99]
⢠Der Maibaum, regelmäĂig auf dem Marktplatz aufgestellt, geht auf die Bayerische Zeit zurĂźckcite-ref-maibaum-100-0[100]. Der in den bayerischen Farben weiĂ-blau geringelte Stamm trägt die Symbole der alten, in Orb traditionell ausgeĂźbten Handwerke, aber auch die der Neueren, bis in die moderne Zeit hinein.
⢠Auch das Wappen und die Fahne Orbs gehen mit ihren prägenden Farben weià und blau auf die Bayerische Zeit zurßckcite-ref-maibaum-100-1[100]
Religion und Bräuche
⢠der Sankt-Martins-Umzug; unter aktiver Beteiligung der Orber Grundschule findet seit Jahrzehnten am Martinstag, dem 11. November, der Laternen-Umzug der Kinder statt. Dabei ist stets, organisiert durch die Martinus-Schule, der Patron von Stadt, katholischer Kirche und Schule, St. Martin, mit Helm, langem Mantel und hoch zu Ross.
⢠die Dettelbacher Wallfahrt geht zurĂźck bis zum DreiĂigjährigen Krieg: Wiederholte Ăberfälle der Schweden auf die Stadt lĂśsten dort eine Beulenpest aus. Als âinnerhalb eines Jahres 1117 Personen daran starben, gelobten die Ăberlebenden, im Jahr 1636, alljährlich eine Wallfahrt nach Dettelbach zur Kirche Maria im Sand zu machenâ.cite-ref-101[101] Das gut 100 km entfernte Dettelbach, wird durch die Wallfahrer in 2 bis 3 Tagen, teilweise zu FuĂ und mit dem Bus erreicht, und jeweils am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt findet dort ein Gottesdienst statt. Auf der RĂźckfahrt steht noch ein Besuch in Retzbach bei der Wallfahrtskirche Maria im GrĂźnen Tal auf dem Programm.
⢠der Weihnachtsmarkt ist in Bad Orb seit 1976 Tradition und wurde â1983 zum wiederholte Male vom Hessischen Rundfunk auserkoren ⌠Ăbertragungsort der Unterhaltungssendung âZum Blauen Bockâ zu werdenâ.cite-ref-102[102] Kreative Ideen der Vereine und einzelner BĂźrger sorgen immer wieder fĂźr seine hohe Attraktivität â 2003 wurde er von der GNZ zum âallerschĂśnstenâ kreiert.cite-ref-103[103]
⢠der Ostermarkt
⢠die Kerb (Kirchweihfest) - Jeweils am letzten Wochenende im August feiert Bad Orb die Kirchweih. Die Feier dauert bis zum folgenden Montag. Veranstalter sind die Orber Vereine und fßr Musik sorgen der Musikverein Bad Orbs und Vereine benachbarter Gemeinden.
⢠das jährliche Johannesfeuer am Wartturm; Veranstalter ist die Katholische Pfarrgemeinde Bad Orb
⢠Fronleichnamsprozessionen sind im Bad Orber Jahreslauf fest verankert. Längs des mit jungen Birken gesäumten Prozessionsweges, quer durch die Stadt, werden 4 Altäre als Zielpunkte aufgebaut. Herausgehoben ist dabei der Altar am Marktplatz: Er wird seit 1977 von Ehefrauen der katholischen Männergemeinschaft mit einem Blumenteppich geschmĂźckt. Wechselnde biblische Motive und Themen werden, mit Hilfe von farbigen Blumenblättern und ähnlichen Materialien zu âvergänglichen Kunstwerken zur Ehre Gottes gestaltetâ.cite-ref-104[104] Die Orber Blumenteppiche erinnern an die, allerdings deutlich grĂśĂeren, Erntedank-FrĂźchteteppiche von Sargenzell oder auch Mernes, und stellen auch fĂźr Besucher Bad Orbs ein jährlich wiederkehrendes Ziel dar.
Medien
Publikationen
In Bad Orb erscheint die Stadtzeitung Bad Orber Blättche mit Üffentlichen Bekanntmachungen und Berichten rund um die Stadt.
Mediale StadtfĂźhrung
Siehe auch
:
Sender Bad Orb
Vereine
GrĂśĂter Verein ist der Turnverein e. V. 1868 mit ca. 1.500 Mitgliedern. Ebenfalls auf eine lange Geschichte (GrĂźndung 1921) und eine beachtliche Mitgliederzahl (480, Stand 2021) blickt der FuĂballverein FSV Bad Orb.cite-ref-106[106] DarĂźber hinaus gibt es in der Stadt mehr als 80 weitere Vereine.
Sonstige Einrichtungen
⢠Ărztenetz Spessart eG
⢠BarfuĂpfad im Spessart
⢠Bildungsstätte der IG Metall
⢠Neuro-orthopädisches Rehazentrum
⢠Rehabilitationsklinik Kßppelsmßhle
⢠Stßtzpunkt der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW)
⢠Spessart-Klinik Bad Orb GmbH
Bauwerke
Siehe auch
:
Liste der Kulturdenkmäler in Bad Orb
Bauwerke im Kurbereich
Saline/Kuranlagen
Aus der BlĂźtezeit der Salzgewinnung ist im Kurpark noch eines der ursprĂźnglich zehn Gradierwerke vollständig funktionierend und begehbar erhalten. Das Gradierwerk ist Ăźber zweihundert Jahre alt (1806 errichtet), etwa 158 m lang sowie 18 m hoch und dient als Freiluftinhalatorium fĂźr die Gäste der Stadt. Die in der Umgebung des Gradierwerks erreichte Salz- und Feuchtigkeitssättigung ist einem Meeresklima ähnlich. In der Sendung âDie beliebtesten SehenswĂźrdigkeiten Hessensâ des HR (2007) kam dieses Gradierwerk auf den zweiten Platz. Die Instandhaltung und Pflege Ăźbernimmt der âVerein der Freunde des Gradierwerks e. V.â, dessen Mitglieder seit 1997 Ăźber 900.000 ⏠gesammelt haben, um dieses Kulturgut zu erhalten. Dies entspricht rd. ein Drittel der Gesamtkosten, die notwendig waren, um zwischen 2001 und 2010 in vier Abschnitten das Technikdenkmal komplett zu sanieren (April 2010 abgeschlossen). Es werden von einem gemeinnĂźtzigen Verein FĂźhrungen angeboten,cite-ref-107[107] im Winter ruht der Gradierbetrieb.
An das Gradierwerk angeschlossen ist ein Steinhaus aus den Anfängen des Kurbetriebs, das um 1900 das Inhalatorium enthielt. An diesem Haus wurde bereits ein Bauabschnitt ebenfalls mit Hilfe des Vereins âFreunde des Bad Orber Gradierwerks e. V.â saniert und es ist die Sanierung des 2. und 3. Bauabschnitts geplant.
Neben dem Gradierwerk sind noch zwei historische Gebäude im Zusammenhang mit der ehemaligen Saline Bad Orb erhalten. Zum einen ist dies das ehemalige Zollhaus, ein Sandsteingebäude am Rande des Kurparks, zum anderen das ehemalige Rathaus (um 1770 erbaut; heute Touristeninformation), das ursprĂźnglich als Verwaltungsgebäude der Saline Orb genutzt wurde; das Gebäude mit Uhrturm war zu bayerischer Zeit âHauptsalzamtâ und das Nebenhaus Inspektorenhaus mit Dienstwohnungen der Salinenbeamten.
Der mehr als hundert Jahre alte Kurpark, das ehemalige Sudgelände der Salzsieder, liegt Ăśstlich des historischen Stadtkerns mit vielen Fachwerkhäusern. Zu den zeitgenĂśssischen Kurgebäuden zählen ein Musikpavillon, eine Bibliothek sowie das Kurhotel in unmittelbarer Nachbarschaft der âToskana-Thermeâ.
Indoor-Gradierwerk
In den kalten Monaten, in denen das Gradierwerk, das âmächtige Freiluft-Inhalatorium im Kurpark in die Winterpause verabschiedetâcite-ref-108[108] wurde, Ăźbernimmt das Indoor-Gradierwerk seine Funktion. Dieses Raum-Inhalatorium ist im Rundbau der Alten Trink- und Wandelhalle, neben der ehemaligen Lesehalle, dem heutigen Kaffee, barrierefrei eingerichtet. Nach schlechten hygienetechnischen Erfahrungen mit einem Vorgängermodell, wurde in einer mehrjährigen Sanierungspause eine grundsätzliche Neukonzeption von Technik und Anlagen-Betrieb des Indoor-Gradierwerkes realisiert.cite-ref-109[109] Die Anlage verfĂźgt Ăźber einen Ultraschallvernebler, der mit steriler Sole betrieben wird und ein âtieferes Eindringen des Aerosols in die Atemwegeâ erreicht.cite-ref-110[110]
Toskana-Therme
FĂźr rund 23 Millionen Euro wurde von 2008 bis 2010 nach Plänen des Architekten Andreas Ollertz als freitragende Holzkonstruktion eine Bade- und Saunalandschaft mit 800 Quadratmeter Wasserfläche errichtet. Die am 2. Mai 2010 erĂśffnete Therme ist die grĂśĂte Investition in der Geschichte Bad Orbs. Sie soll nach den Plänen der Stadt und des Betreibers einen Ăbergang vom traditionellen Kurbetrieb zu einem Wellness-Tourismus zeitgenĂśssischen Zuschnitts einleiten.
FĂźnf der sechs Wasserbecken werden mit 32 Grad warmer Sole gespeist. Im âLiquid-Sound-Tempelâ der Anlage hĂśren die Besucher Unterwassermusik. Angeboten werden sowohl Klassik, als auch elektronische Musik.cite-ref-111[111] Unterwasserscheinwerfer, Innenbeleuchtungen und eine Licht-Mandala in der Kuppel erzeugen Lichteffekte in wechselnden Farben.
Die Therme, zu der auch ein italienisches Restaurant gehĂśrt, ersetzt das âLeopold-Koch-Badâ, das im Herbst 2006 abgebrochen wurde. EigentĂźmer der Immobilie ist die Stadt Bad Orb. Der Mieter und Betreiber ist die 2005 gegrĂźndete Toskanaworld GmbH, die mit dem Slogan Toskana des Ostens zunächst zwei Thermen in den neuen Bundesländern â Bad Sulza (ThĂźringen) und Bad Schandau (Sachsen) â erĂśffnet hatte; sie Ăźbernahm auch das Kurhaus-Hotel Bad Orb.cite-ref-112[112]
Bauwerke in der Altstadt
Kirchen
Es gibt zwei katholische Gotteshäuser, St. Martin und St. Michael, sowie ein evangelisches Gotteshaus, die Martin-Luther-Kirche.
⢠Die Martinskirche ist eine Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert mit romanischem Turm und gotischem Chor. Sie brannte am ersten Weihnachtsfeiertag 1983 vÜllig aus. Der 1985 wieder eingeweihte Bau ist eine Rekonstruktion.
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Hauptartikel
:
St. Martin (Bad Orb)
⢠Die evangelische Martin-Luther-Kirche ist ein schlichter neogotischer Bau des Architekten Ludwig Hofmann von 1903 (1953 durch einen Anbau vergrĂśĂert) mit zwei Leihglocken (17. und 18. Jahrhundert) aus Schlesien (Reichenstein) und aus OstpreuĂen (Pillkallen), die auf dem sogenannten Glockenfriedhof in Hamburg der Einschmelzung entgangen waren. Durch die ZugehĂśrigkeit zum KurfĂźrstentum Mainz war Bad Orb stets katholisch geblieben, fĂźr das 18. Jahrhundert lässt sich aber schon eine kleine evangelische Gemeinde in Bad Orb nachweisen.cite-ref-113[113] Diese erhielt aber erst um die Wende zum 20. Jahrhundert die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen zu einem eigenen Kirchenbau.
⢠St. Michael ist ein Neubau (1964) von Johannes Reuter, einem Architekten aus Kassel-WilhelmshĂśhe, eine hexagonale Halle mit groĂem Relief des Erzengels, umgeben von und lichtdurchfluteten Betonwaben; im gleichen Stil ist der hohe schlanke Turm gehalten. Seit September 2016 ist die Kirche geschlossen, da der Turm baufällig war und die Sicherheit der Besucher nicht gewährleistet werden konnte.cite-ref-114[114] Im FrĂźhjahr 2021 wurde er abgerissen. Die Glocken wurden in die Martinskirche gebracht und dort aufgestellt. Im November 2023 wurde die Kirche teilprofaniert und der grĂśĂte Teil der Kirche damit einer weltlichen Verwendung geĂśffnet. Im März 2025 wurde im Kirchenschiff eine Kletterhalle erĂśffnet. Die Marienkapelle blieb von der Profanierung ausgenommen und besteht als kleines Gotteshaus weiter.cite-ref-115[115]
Fachwerkhäuser
Die Altstadt von Bad Orb verfĂźgt Ăźber eine Reihe von typisch fränkischen Fachwerkhäusern; die ältesten von ihnen haben ein steinernes Untergeschoss. Zumeist mischen sie sich vereinzelt in die jĂźngere Bausubstanz; lediglich die âKirchgasseâ ist eine geschlossene Fachwerkzeile.
Zu den markanten Gebäuden innerhalb der Stadtmauern gehÜren:
⢠die beiden Patrizierhäuser, HauptstraĂe 28 und 30, mit figuralem Schnitzornament (das linke datiert auf 1607),
⢠KanalstraĂe 44 (anfangs Sitz der Hufnagelâschen Kinderheilanstalt)
⢠die Sudpfanne in der ObertorstraĂe 4, sowie das älteste Fachwerkhaus der Stadt in der Obertorstr. 6 (historisches Gasthaus oder Bäckerei, um 1550), auch âHaus Alt Orbâ genannt mit einem sehenswerten historischen GewĂślbekeller.
⢠das Salzgrafenhaus (datiert 1695), GretenbachstraĂe 15,
⢠alle Häuser in der vom Marktplatz ausgehenden Kirchgasse (17. und 18. Jahrhundert). Darunter ist das kleinste Haus Hessens (Kirchgasse 23, an seiner Schmalseite nur 1,58 m breit) wurde bis 2013 von dem Kßnstler Helmut Jahn bewohnt, einem Vertreter des abstrakten Expressionismus, dessen Monumentalwerk Augengarten (7 à 32 Meter) sowohl auf der Landesgartenschau als auch im Frankfurter Hauptbahnhof gezeigt wurde.
Wie allgemein Ăźblich auĂerhalb der Stadtmauern liegen
⢠das Henkershaus in der Meistersgasse (datiert 1707, jedoch auf älterem Kern), mÜglicherweise auch das Haus des Schinders oder Abdeckers,
⢠die Lohmßhle im Gerberviertel (1831), ebenfalls auf einen Vorläufer zurßckgehend.
AuĂerhalb der Stadtmauern liegt auch die ehemalige Gastwirtschaft Goldenes Rad (1605) in der Wendelinusgasse am Wendelinusbrunnen. âEs ist das älteste Haus auĂerhalb der Stadtmauern in Orb und eines der ältesten Ăźberhauptâ.cite-ref-116[116] Der AuĂenschmuck ist nicht historisch, sondern wurde von dem zurzeit dort ansässigen Antiquitätenhändler angebracht.
Burg und Stadtbefestigung
Von der einstigen Burg Bad Orb der Herren von Milchling â mĂśglicherweise im Kern die ältere Burg Orbaha â stehen noch der in den Jahren 1986 bis 1988 restaurierte Palas (heute Museum) sowie die ehemalige Zehntscheune, 1981â1982 als âHaus des Gastesâ (Vortragssaal) eingerichtet. Im Jahre 2009 wurden Burg und Zehntscheune unter den Schutz als Kulturgut, gemäà der Haager Konvention gestellt.cite-ref-117[117] Sie wurden mit dem blauweiĂen Schild als schĂźtzenswertes Kulturgut gekennzeichnet.
Ein Teil der Stadtmauer des späten 13. Jahrhunderts mit einem eckigen Wehrturm und einem Torbogen ist in der Nähe der Philipps- und Ludwigsquelle erhalten; an der Mauer befindet sich auch eine Zapfstelle fĂźr diese fluoridhaltigen Natriumchlorid-Säuerlinge (13 °C, pH-Wert 6) sowie eine nĂśrdlich der Stadt gelegene dritte Quelle (Martinusquelle). In den beiden Brunnentempeln vor der Stadtmauer (1959 und 1961 errichtet) sprudelt indes nicht das echte Quellwasser, sondern (nicht trinkbares) SĂźĂwasser; die Brunnenstuben in mehr als 70 m Tiefe beabsichtigt die Stadt zu schĂźtzen.
Nach einem Brand von 1838 wurden Wehrgänge, Zinnen und elf halbrunde TĂźrme der Stadtbefestigung abgetragen. Beim Wiederaufbau der Häuser nach dem Brand wurden mehrere Scheunengiebel den noch stehen gebliebenen MauerstĂźmpfen aufgesetzt. In diesen âScheunenâ befinden sich heute teilweise KĂźnstlerwerkstätten und Gaststätten.
Der Wassergraben, der einst die Stadtmauer umschloss, ist noch rudimentär erkennbar.
Von vormals drei Stadttoren steht nur noch das âObertorâ; die anderen beiden Tore wurden niedergelegt: das âUntertorâ 1838 und das âJosstorâ (auch âJĂśssertorâ und âKetzertorâ) 1823.cite-ref-118[118] Anstelle des Untertors steht heute ein Bogen aus Edelstahl und der Schwalbach-Brunnen von 1998.cite-ref-119[119]
Bauten der Bayerischen Zeit
Während der âBayerischen Zeitâ (1814â1866), die in Orb gleichzeitig das wirtschaftliche Ende der Salzproduktion und der ĂberbevĂślkerung beschreibt, herrschte eine groĂe Armut. Sie ist dennoch im kollektiven Gedächtnis positiv haften geblieben. In dieser Periode hat die Stadtentwicklung groĂe Fortschritte gemacht. Noch heute erinnern einige Gebäude an diese Periode.
KĂśnigliches Landgericht
Sofort nach Ăbernahme durch die Bayerische Verwaltung, 1814 erhielt Orb ein Landgericht. âIn dem Sauerborngarten, im SĂźden der Stadt zwischen dem Salinenhof und der Stadtmauer wurde 1821 das Landgerichtsgebäude ⌠errichtet und im Jahre 1822 erĂśffnetâ.cite-ref-120[120]cite-ref-121[121]
Das zunächst noch kleine, jedoch markante, 5-achsige, einstĂśckige Gebäude, auf einem Sandsteinsockel, war mit doppeltem Gurtsims zwischen den Geschossen, roten Sandsteinleibungen um die Rundbogenfenster mit grĂźnen Fensterläden ausgestattet. Es wurde später, als preuĂisches Amtsgericht, stilgerecht zu seinem heutigen Erscheinungsbild mit 11 Achsen erweitert. Erschlossen wird es Ăźber eine mittig angeordnete, doppelte Treppe.
Die Funktion eines Amtsgerichtes behielt es noch bis zum 1. Juli 1968. Seitdem befindet sich in dem schmucken Bau am Kurpark die Polizeidienststelle der Stadt.
Hospital
Die städtische Verwaltung von Orb machte 1835 die Bayerische Staatsregierung auf die groĂe Armut in der Stadt aufmerksam. Daraufhin âordnete die kĂśnigliche Regierung des Untermainkreises im Auftrag des KĂśnigs Ludwig I. eine Sammlung im ganzen KĂśnigreiche, fĂźr die Stadt Orbâcite-ref-122[122] an. Zu den bei dieser Aktion eingegangenen 50.000 Gulden genehmigte die Staatsregierung nochmals 40.000 Gulden aus eigenen Mitteln. Von einem Teil dieses Geldes wurde an der Frankfurter StraĂe, als Ersatz fĂźr das hinfällige Spital, in den Jahren 1837â1839 ein neues Krankenhaus errichtet. Es entsprach allen Anforderungen der damaligen Zeit. Die restlichen Mittel waren âder Grundstock des HospitalvermĂśgensâ und wurden auch fĂźr vielfältige andere soziale MaĂnahmen aufgewandt.
Das lange, einstĂśckige Gebäude, mit einem Hochparterre auf einem Sandsteinsockel, hat als Schmuckelement Fensterleibungen aus Sandstein. Erschlossen wird es Ăźber eine mittig am Gebäude angeordnete, doppelte Treppe. Ăber dieser Treppe und dem Eingang erinnert eine Inschrift auf einer Sandsteinplatte an KĂśnig Ludwig I. als GrĂźnder und Erbauer des Hospitals. Dazu wird die Jahreszahl 1834 angegeben. Sie entspricht vielleicht einer ersten Planung, tatsächlich aber eingeweiht wurde das Hospital erst im März 1840 und erfĂźllte 150 Jahre lang die Funktion des Ăśrtlichen Krankenhauses.
Ende des 20. Jahrhunderts erfolgte hinter dem klassizistischen Bau, auf den Orbbach hin, ein wesentlicher An- und Ausbau des Krankenhauses, mit behindertengerechtem Zugang. Heute dient das immer noch ansehnliche Gebäude, mit seiner schlichten Eleganz, an der Frankfurter StraĂe 2, unter anderem als Sitz der KĂśnig Ludwig I. Stiftung Bad Orb. Der moderne Anbau dahinter wurde zum Rathaus der Stadt Bad Orb.
Siedlung ZiegelhĂźtte
âEine segensreiche Stiftungâ der Bayerischen Zeit war die sogenannte âNeuhäuserstiftungâ.cite-ref-123[123] Durch sie wurden in den Jahren 1840/41 âunterhalb der SalinenziegelhĂźtteâcite-ref-124[124] 12 Doppelhäuser errichtet. Sie âsollten 5 bis 8-kĂśpfigen Familien Unterkunft bietenâ. Die Häuser waren mit Keller, einem Kuhstall und Futterkammer ausgestattet, im Hof waren âSchweinestall und Mistenstätteâ.cite-ref-125[125] Die neue kleine Siedlung, damals am Stadtrand gelegen, wurde 1848 mit einer neuen StraĂe in Richtung Aufenau ausgestattet.
Das kĂśnigliche Rentamt
Etwas verborgen in der Pfarrgasse, unterhalb der Burg und daher unauffällig, ist das ehemalige kÜnigliche Rentamt. Es dient heute als privates Wohnhaus.
Das neue Gretenbachviertel
Nach einem groĂen Brandereignis 1852, in dem das Gretenbachviertel zerstĂśrt wurde, kam es zu einem 2. Spendenaufruf in Bayern, fĂźr die Stadt Orb. Das gute Ergebnis dieser Sammlung ermĂśglichte einen modernen Wiederaufbau von âWohnhäusern aus Stein und die getrennte Verlegung der Scheunen und Stallungen auf die gegenĂźberliegende Seite der GutenbergstraĂeâ.cite-ref-126[126] Teile der damals entstandenen Gebäude, insbesondere auch die Gemeinschaftsscheunen an der Stadtmauer sind bis heute erhalten. Sie sind jedoch zum Teil fĂźr Wohnzwecke umgestaltet.
TĂźrmchen auf Obertorturm
Während das JÜssertor (1823) und das Untertor (1838) niedergelegt wurden, erfuhr das Obertor, vielleicht wegen seiner Funktion als Gefängnis, noch eine Aufwertung. Klein und unbedeutend, aber dennoch auffällig ist der Dachaufbau mit einem kleinen Tßrmchen, mit dem in der Bayerischen Zeit der Obertorturm geschmßckt wurde.
Sonstige Bauwerke
⢠Der neun Meter hohe Wartturm â einst Teil der Stadtbefestigung â thront Ăźber der Stadt auf dem 293 m hohen Molkenberg und ermĂśglicht einen Blick Ăźber Bad Orb bis ins Kinzigtal hinein und bei klarem Wetter bis in den Vogelsberg mit dem Hoherodskopf und dem Taufstein. Es ist der Turm, in dem Peter von Orb eingesperrt gewesen sein soll. Der sogenannte âFuchssteinâ vor dem Turm ist noch deutlich zu erkennen.
⢠Das historische Empfangsgebäude des Bahnhofs von 1925/1926 ist ein Kulturdenkmal. Die im Innenraum groĂflächig, Ăźber 4 Seiten hinweg angelegten, expressionistischen Bilder von Hans Brasch symbolisieren die Heilquellen, die Jahreszeiten und die typischen Berufe Orber BĂźrger zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Parks
Kurpark
In der Nähe des Eingangs begrenzt der Gradierbau der ehemaligen Saline den Kurpark im Westen. Der Park wurde 1900 im Stil eines englischen Landschaftsgartens gestaltet und ist eine der letzten Konzeptionen von Heinrich Siesmayer, dem Gartenbauarchitekten, der unter vielen anderen Anlagen auch den Palmengarten in Frankfurt schuf. Durch den Park flieĂt der gefasste, streckenweise in zwei TeilstrĂśme aufgefächerte Orbbach, von dem ein Teil einen angelegten Teich durchstrĂśmt.
Im Kurpark befindet sich die 1958 erÜffnete Konzerthalle. Sie bietet bis zu 880 Personen Platz und damit den Rahmen fßr Tagungen, Seminare, Kongresse und Kulturveranstaltungen aller Art. Das Gebäude wird als hochwertiges Kulturdenkmal und Zeitdokument eingestuft.cite-ref-127[127] Eine Konzertmuschel im Park neben der Konzerthalle, dient fßr kleinere Konzerte und sommerliche Veranstaltungen.
Seit dem Jahr 2000 bereichert auch ein Lehrkräutergarten den Kurpark. Bei gezielten Fßhrungen kann man darin rund 200 verschiedene Pflanzen, ßberwiegend heimische Heilpflanzen, kennen lernen.cite-ref-128[128]
SĂźdĂśstlich an den Kurpark anschlieĂend finden sich: eine der Kneipp-Anlagen, ein Fitnessparcours, Tennisplätze, eine Minigolfanlage und etwas weiter ein Freibad und ein Spielplatz.
ALEA PARK
SßdÜstlich an den Kurpark angrenzend liegt der ALEA PARK mit zusätzlichen Freizeit- und Sportangeboten sowie gastronomischen Einrichtungen. Das LehrcafÊ BOTANICA gehÜrt ebenfalls zum Areal und dient zugleich als Weiterbildungsort fßr Auszubildende und Studierende.cite-ref-129[129]
Spessart-Wildpark
Historische Keimzelle des Wildparks ist der im 19. Jahrhundert von der bayerischen Regierung wiederaufgeforstete Orber Stadtwald, der schnell einen reichhaltigen Wildbestand entwickelte. Wohlhabende Frankfurter grßndeten 1861 die Orber Jagdgesellschaft. Auf die Jagdherren gehen auch drei markante Gebäude Bad Orbs zurßck. Es sind die im Stadtgebiet liegenden Villen Diana und Hubertus und die Haselruhe am Ende des Haseltals gelegen, ein aus Skandinavien importiertes Holzhaus, auf solidem Fundament aus Orber Buntsandstein. Der Erste Weltkrieg beendete diese Tradition, ein Truppenßbungsplatz wurde 1914 angelegt und das Wild vertrieben. 1934 wurde ein erster Wildpark angelegt, der 1937 verlegt und 2002 modernisiert wurde.
Bis Ende 2012 bestand ein Park mit frei laufendem Rotwild, asiatischen Sikahirschen, Mufflons, Flachlandwisenten, Eseln, Ziegen und Kaninchen, erschlossen durch mehrere Spazierwege und ursprĂźnglich zwei CafĂŠs, von denen noch eines besteht. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten konnten weder die Stadt noch ein privater Pächter den Betrieb des Parks aufrechterhalten, fast alle Tiere wurden an andere Einrichtungen vermittelt und das Gelände verwahrloste. Ende 2013 Ăźbernahm ein neuer privater Pächter den Park, und nach Renovierungsarbeiten wurden neben wenigen aus dem alten Park verbliebenen Ziegen, eine Wisentmutter mit Kalb, StrauĂe sowie Turopolje-Schweine angesiedelt. Im neuen Park sind die Tiere eingezäunt. Mehrfach wurden Tiere aus dem Park entwendet. Des Weiteren wurden Tiere von Besuchern totgefĂźttert, mit Farbe besprĂźht und anderweitig geschädigt.
Labyrinth im Quellenpark
Seit August 2019 gibt es in Bad Orb ein Labyrinth.cite-ref-130[130]cite-ref-131[131] Es liegt im Quellenpark, am Ende des Quellenrings, von zwei Seiten durch die historische Stadtmauer geschßtzt, in der Nähe des Quellentempels der Philippsquelle. Gestaltet hat es der Labyrinthplaner Gernot Candolini. Der meditative Ort hat in seinem Zentrum einen Berg-Ahorn und umfasst sieben Umgänge. Vorbild fßr das Orber Labyrinth ist das berßhmte historische Labyrinth, in der Kathedrale von Chartres. Die Wiese zwischen den Labyrinth-Wegen ist derzeit mit Blßhstreifen geschmßckt.
Spazier- und Wanderwege
Weitere Infrastrukturen am SĂźd- und Ostrand des Kurparks sind:
⢠der Brßckchenweg, die (Willi-Heim-Promenade), fßhrt als Fortsetzung der Kurpromenade ins obere Orbtal und nach etwa 2 km bis zur Kneippanlage und zum Spessart-Wildpark. Er ist gleichzeitig
⢠ein Naturlehrpfad, der mit Schautafeln und Musterpflanzen die Natur in und um Orb erklärt
⢠der Orber Dornsteinweg, ein etwa 9 km langer Europäischer Kulturwanderweg, der in 6 Stationen die Geschichte der Stadt und der Salzproduktion in der Saline beschreibt
⢠ein BarfuĂpfad, der am Ende des Kurparks beginnt und parallel zum BrĂźckchenweg bis zur Kneippanlage am Wildpark läuft
⢠ein Besinnungsweg
⢠ein Skulpturenweg am Neuro-Orthopädischen Reha-Zentrum
⢠Wege an der Kßppelsmßhle, einer ehemaligen Mßhle mit Gastwirtschaft aus dem 17. Jahrhundert, die zur Reha-Klinik umgebaut und umfunktioniert wurde.
Naturdenkmäler
Madstein
Im sogenannten Orber Reisig, einem WaldstĂźck sĂźdĂśstlich der Kurstadt zwischen Orbquelle, Golfplatz und Beilstein, erhebt sich am Nordhang des Hohen Bergs der sogenannte Madstein, ein stark bemooster Basaltblock, der geologisch mit den Formationen am Beilstein verwandt ist.
Um diesen Felsen rankt sich die mittelalterliche Sage der Magd Vroni, die sich gegen sexuelle Ăbergriffe ihres Dienstherrn, des Kirchenpflegers Hans Riemer, zur Wehr setzen muss. Eines Tages ist der Kirchenschatz gestohlen und wird bei Vroni gefunden. Hans Riemer lässt sie wegen Kirchenraubs vor Gericht bringen, wo sie zum Tode verurteilt wird. Vroni beteuert ihre Unschuld. Der Richter aber verkĂźndet: âSo wenig Du jenen Stein â gemeint ist dieser Basaltblock â von der Stelle zu rĂźcken vermagst, so wenig wirst Du eine Ănderung des Urteils erwirkenâ. Vroni aber betet zur Jungfrau Maria, und es wachsen ihr Kräfte zu, die sie mĂźhelos den Stein heben lassen. Der Richter erkennt darin ein Gottesurteil und spricht sie frei. Der Kirchenpfleger aber sinkt vom Bannstrahl getroffen zu Boden. Er gibt zu, dass er sich als zurĂźckgewiesener Liebhaber rächen wollte, selbst den Kirchenschatz genommen und Vroni untergeschoben hat. Hans Riemer wird zum Tode verurteilt.
Tourismus, Sport und Freizeit
Wohnmobilstellplatz
Bad Orb verfßgt ßber einen Wohnmobilstellplatz am Kurpark, nahe am Ortskern. Die Stellplätze sind mit Frischwasser und Stromanschluss ausgestattet.
Sport
Vereine
In Bad Orb gibt es einen Turnverein (TV Bad Orb), zwei Geselligkeitsvereine (Viktoria e. V., Edelweiss e. V.), einen Angelsportverein (ASV Petri Heil Bad Orb), einen SchĂźtzenverein (SchĂźtzenverein Bad Orb e. V.), einen FuĂballsportverein (FSV 1921 Bad Orb e. V.), einen Kegelverein (Die NeuntĂśter), einen Dartverein, einen Schachclub, einen Radfahrverein (Germania), die DLRG, einen Taekwondoverein, einen Hundesportverein (Verein der Hundefreunde) und einen Tennisclub.
Mountainbike
FĂźr sportliche Radfahrer stehen rund um Bad Orb ausgeschilderte Mountainbikestrecken zur VerfĂźgung. Hauptattraktion war die bis 2017 jeweils im September stattfindende Spessartchallenge, ein Duathlon, bestehend aus Stadtlauf, Mountain-Biken und Berglauf, bei dem sich die deutsche Ausdauerelite traf.cite-ref-132[132]
Golf
Ungefähr 5â7 km sĂźdlich von Bad Orb liegt der 18-Loch-Golfplatz des Golfclubs Bad Orb/Jossgrund e. V. auf dem Gebiet des ehemaligen Bombenabwurf-Ăbungsplatzes von Lettgenbrunn-Villbach.
ALEA PARK
Im Umfeld des Kurparks ist mit dem ALEA PARK ein Freizeit- und Erholungsareal entstanden, das unter anderem Padel- und Tennisanlagen, eine Minigolfanlage, Angebote fĂźr Yoga und Bewegungskurse, Mountainbike-Routen sowie den Golfplatz am Horstberg umfasst. Ergänzt wird das Angebot durch gastronomische Einrichtungen, darunter das Fine-Dining-Restaurant FOGO E ĂGUA, das mediterran angehauchte TAPATA sowie das LINAS mit traditioneller KĂźche. Das LehrcafĂŠ BOTANICA dient zudem als Weiterbildungsort fĂźr Auszubildende und Studierende. Die Anlagen richten sich sowohl an Kurgäste als auch an Tagesbesucher und die lokale BevĂślkerung.
Bäder, Tennis-, Minigolf- und Kneippanlagen
In Bad Orb stehen den BĂźrgern und den Besuchern, neben der Toskana-Therme, Tennisplätze, eine Minigolfanlage, Spielplätze, drei Kneippanlagen und ein beheiztes Freibad zur VerfĂźgung. Das Bad hat neben einem multifunktionalen Freizeitbecken mit Riesenrutsche, MassagedĂźsen und anderem mehr auch einen 2.500 m² groĂen Naturbadeteich, mit 50-Meter-Schwimmbahnen. Das Wasser wird in einem Regenerationsteich mit mineralischem Bodenfilter, bepflanzt mit heimischen Wasserpflanzen, natĂźrlich aufbereitet.
SchutzhĂźtten, weitere Wanderwege, Radwegenetz
SchutzhĂźtten in und um Bad Orb
Die Zeit der starken Entwicklung des Kurbetriebes in Bad Orb markiert auch den Ausbau des Wanderwegenetzes. ZugehĂśrig sind die vielen, insbesondere wohl in den 1960er Jahren, errichteten SchutzhĂźtten fĂźr Wanderer. Sie sind sowohl stadtnah, als zum Teil auch tiefer hinein in den Orber Reisig verteilt. Sie sind alle unbewirtschaftet. Die wichtigsten unter ihnen sind:
⢠Vordere Prim-Hßtte, am Hang des Wintersberges, oberhalb des Kolpingweges,
⢠Hintere Prim-Hßtte, L 3199, am Hang des Wintersberges,
⢠Kleffelberghßtte, am Aufstieg vom Kaffee Waldfriede zum Horstberg, an den Orber Rundwegen 10 und 15 K 890,
⢠LetzerntälchenhĂźtte, Philosophenweg, 9 FuĂminuten Singletrail Orber Wanderweg 25,
⢠Hubertushßtte, am Hubertusberg, vor dem Parkplatz Friesenheiligen,
⢠Scherf-HĂźtte, Doktor-Weinberg-StraĂe,
⢠Baiertalhßtte, im Orbtal, an den Orber Rundwegen 8 und 9, neben dem Pfadfinderheim, K 890,
⢠Wald-Ruhe-Wiese PfarrkĂźppel, HaberstalstraĂe,
⢠Lauzenberghßtte, oberhalb vom ehemaligen Kaffee Panorama, in der Nähe der Wanderwege 3 und 4,
⢠SchutzhĂźtte An der LeimbachstraĂe,
⢠Untere MarkberghĂźtte, im Haseltal, am Spessartbundweg nach Mernes (roter Schrägstrich), an Rundwanderweg 4 und an der HaselstraĂe,
⢠Obere Markberghßtte, im Haseltal, am Spessartbundweg nach Mernes (roter Schrägstrich) und an Rundwanderweg 4,
⢠Schutzhßtte Am Roten Rain Eisenberghßtte, am Eisenberg, am Grenzsteinwanderweg, und Rundwanderweg 1,
⢠Schutzhßtte L 3199,
⢠Schutzhßtte An der Bismarckeiche, L 2905,
⢠Fleischmannhßtte.
Ein neues europäisches FÜrderprogramm, entstanden 2019, mit Unterstßtzung der hessischen und bayerischen Naturparke und Tourismusorganisationen des Spessarts, soll das Netz der Schutzhßtten des gesamten Spessarts ergänzen und durch Anpassung an neue Wanderwege aktualisieren. In einem Wettbewerb ist ein Standard-Typ einer Schutzhßtte fßr den Spessart entwickelt worden. Die Hßtte Am HÜrderstein auf dem Hubertusberg, am Fernwanderweg Spessartbogen gelegen, gehÜrt zu diesem neuen Typ von Hßtten, die neben der Grundausstattung: Bänken und Tisch, auch Informationen zu Wegen, Natur und Kultur der Umgebung anbietencite-ref-133[133]cite-ref-134[134].
Wanderwege
Ăber den Kurpark und seine nähere Umgebung hinaus ist Bad Orb von einem dichten Wanderwege-Netz, teilweise auch mit ĂźberĂśrtlicher Bedeutung, umgeben.
⢠Spessartbogen - Auch der knapp 90 km lange Premiumwanderweg Spessartbogen fßhrt durch Bad Orb. Ein Abschnitt, fßhrt, von Mernes kommend ßber Bad Orb zum Biebergemßnder Ortsteil Kasselcite-ref-135[135]
⢠Ein Wanderweg nach Bad Soden von Kurpark zu Kurpark verbindet zwei nur wenige Kilometer auseinanderliegende Orte, die die gleichen Solequellen nutzten und doch â u. a. bedingt durch ihre unterschiedliche territoriale ZugehĂśrigkeit â parallele, aber auch divergierende historische Entwicklungen nahmen. Erst in unserer Zeit sind beides Kurorte mit jeweils eigenem Charakter.
⢠Der Orber Dornsteinweg ist ein vom Archäologischen Spessartprojekt (ASP) entwickelter Kulturweg. Auf dem Weg werden auf 9 km Länge, etwa 950 Jahre Orber Lebens an den Salzquellen, die Kultur und ihre Natur in den Blick genommen. An sechs Stationen geben reich bebilderte Infotafeln ausfßhrliche Auskunft.cite-ref-136[136]
⢠Auf dem HĂśhenrĂźcken zwischen Bad Orb und SalmĂźnster (GroĂe Kuppe) dokumentieren auf einem markierten Grenzsteinwanderweg eine Vielzahl von Grenzsteinen die Grenzziehung zwischen Kurmainz und dem Hochstift Fulda im 18. Jahrhundert, was der Grenze zwischen Bayern und dem KurfĂźrstentum Hessen (Hessen-Kassel) im 19. Jahrhundert entspricht (nicht aber der heutigen Grenze zwischen Bayern und Hessen!). Dann gab es als dritte GrĂśĂe bis 1787 noch das kleine Territorium der Herren von Forstmeister zu Gelnhausen (1365 bis 1787), das Aufenau, Neudorf und Kinzighausen umfasste. Der Wanderparkplatz als Ausgangspunkt dieser auch mit dem Fahrrad befahrbaren Grenzlandwanderung heiĂt deshalb Dreiländereck. Dieser Wanderweg ist die Nummer 2 von 17, mit Nummern markierten Bad Orber Rundwegen. Er ist damit Teil eines Wegesystems, der mit gut markierten Zubringerwegen zu erreichen ist. An Kreuzungspunkten werden jeweils die Weglängen und Anschlusswege angegeben.cite-ref-137[137]
⢠Spessartweg 3. Bad Orb ist das Ziel der 1. Etappe des am Bahnhof Bad Soden-SalmĂźnster beginnenden 60 km langen Fernwanderweges Spessartweg 3. Der Premiumweg verläuft in Nord-SĂźd-Richtung. Weiteren Etappen, quer durch den Spessart fĂźhren schlieĂlich nach HeigenbrĂźcken im bayerischen Hochspessart. Dort besteht Anschluss, Ăźber den Spessartweg 2, bis zum Main. Mit dem Siegel âQualitätsweg Wanderbares Deutschlandâ des Deutschen Wanderverbands ausgezeichnet, ist der Spessartweg 3 reich an Kultur- und NatursehenswĂźrdigem (Ruine Beilstein, Lettgenbrunn, Eselsweg, WiesbĂźttmoor, Aubachtal, Habichsthal, Aubachseen, HeigenbrĂźcken mit Wildpark, Kletterwald und Naturschwimmbad). Start- und Zielpunkt des Spessartweges 3 sind jeweils mit der Bahn erreichbar. Auf dem Weg von der Kinzig in den Hochspessart sind insgesamt 1.500 HĂśhenmeter zu Ăźberwinden. Der hĂśchste Punkt liegt bei 520 m Ăźber NHN.cite-ref-138[138]
⢠Spessartspuren sind kurze und einfache Wanderwege, die eher unter das Stichwort Spazierwandern einzuordnen sind. In Bad Orb sind mehrere dieser Wanderwege eingerichtet und mit einem entsprechenden Logo (siehe Bild) ausgestattet worden. Das sind:
⢠âWegscheide Bad Orb und Burgjosser Heiligenâ, beginnt am Burgjosser Heiligen, ist 5 km lang und als sehr leicht eingestuft,
⢠âHohes Kreuz Bad Orb und Markbergâ, beginnt am Parkplatz Hohes Kreuz, ist 6 km lang und ist als leicht eingestuft
⢠âBad Orber Quell- und Madstein-Spurâ, beginnt am Parkplatz an der Orbquelle, ist 5 km lang und ist als leicht eingestuft.cite-ref-139[139]
Radwege
Bad Orb ist an das Radwegenetz Hessen, mit dem Vulkanradweg und dem Hessischen Radfernweg R3 angebunden.
Die Mittelalter-Radroute fĂźhrt von BĂźdingen Ăźber Gelnhausen durch Bad Orb weiter bis nach Lohr am Main.cite-ref-140[140]
Panoramen
PersĂśnlichkeiten
EhrenbĂźrger
â
Hauptartikel
:
EhrenbĂźrger
⢠Richard Zentgraf (1881â1936), katholischer Priester, Rektor der Lateinschule, verfasste mehrere BĂźcher zur Geschichte Bad Orbs
⢠Christian Stock (1884â1967), erster gewählter hessischer Ministerpräsidentcite-ref-141[141]
⢠Philipp von Baumbach, (1860, Kassel â 1911, Breslau), Landrat von Gelnhausen (1894â1902), später Regierungspräsident in Breslau. Er lieĂ 1902 eine plĂśtzlich in der Nähe des Untertors in Orb hervortretende Quelle fassen, die später nach ihm âPhilippsquelleâ genannt wurde. Von Baumbach ist auch EhrenbĂźrger von Gelnhausen.cite-ref-142[142]
⢠Aenne BrĂśtje, geb. Koch (1903â1990), Ur-Ur-Enkelin des Apothekers und BegrĂźnders der Badeanstalt in Orb, Franz Leopold Koch. Sie bekam 1987 als erste und bisher einzige Frau die EhrenbĂźrgerwĂźrde der Stadt Bad Orb.
⢠Josef Engel (1909, Bad Orbâ1992), Verwaltungsangestellter, Heimatforscher, viele Initiativen im Vereinswesen gehen auf Engel zurĂźck; er war Autor zahlreicher VerĂśffentlichungen zur Geschichte der Stadt Bad Orb und ihrer PersĂśnlichkeiten.cite-ref-143[143] Ein Platz vor dem Haus der Vereine trägt den Namen âJosef-Engel-Anlageâ.
⢠Robert Eckert (1924â2012), langjähriger Leiter des Orber Stadtmuseums, ehemals Vorsitzender des Geschichtsvereins, Träger des Bundesverdienstkreuzes
⢠Hans Prasch (1925â1999), Bildhauer, Kulturpreisträger des Main-Kinzig-Kreises 1985. Er war SchĂśpfer vieler Plastiken in Bad Orb, darunter: Die Tauzieher, am Salinenplatz, Peter von Orb, vor der Volksbank, Der Sälzer, am Aufgang zur Burg, Der Ausrufer, am Salinenplatz, Hoher Besuch, vor der Martinskirche, Der Jubiläumsbrunnen, am Solplatz, ⌠und Weitere. Prasch war verbunden mit allen KĂźnstlern seiner Zeit in Bad Orb und Ăźber die KĂźnstlervereinigungen darĂźber hinaus, wie Dan Hauenstein, Magnus Manz und vielen Anderen-cite-ref-144[144]
⢠Herbert Heim (1933â2011), Arzt
⢠Carlos Krause (* 1936), Kammersänger, Kulturpreisträger des Main-Kinzig-Kreises 2004
⢠Ulrich Freund (* 1936), Dipl.-Sozialpädagoge, Psychotherapeut, Mitinhaber der Reha-Kliniken Kßppelsmßhlecite-ref-145[145]
⢠Wolfgang Larbig, Arzt (Gynäkologe)
SĂśhne und TĂśchter der Stadt
⢠Johannes Beusler (um 1498â1581), Jurist, bischĂśflicher Rat, Professor und Universitätsrektor, Mäzen
⢠Johann Baptist Quanz (1741â1822), katholischer Priester, auch hoher WĂźrdenträger beim ErzbischĂśflichen Amt und Wohltäter; er stiftete u. a. einen Fonds fĂźr die Armen der Stadt.cite-ref-146[146] Ein Epitaph im Turm der St. Martinskirche und ein Ehrengrabmal am Friedhof erinnern an ihn ebenso, wie die noch bestehende Stiftung.
⢠Johann Adam Rieger (1753â1831), Theologe, Hofprediger am Hofe des Landgrafen Friedrich zu Kassel, später Pfarrer in Kassel, wurde im Alter von 76 Jahren, 1829 zum 1. bĂźrgerlichen Bischof des Bistums Fulda gewählt.cite-ref-147[147]
⢠Ignaz Schopp (1797â1873), Bäckermeister, Gastwirt, später Bayerischer Landtagsabgeordneter (um 1848â1855).cite-ref-148[148]cite-ref-149[149]
⢠Johann BĂźttel (1831â1910) war kĂśniglich Bayerischer Bezirkstierarzt; als weiterer Heimatforscher, nach Franz Nikolaus Wolf, der die Geschichte seiner Heimatstadt recherchiert und aufgeschrieben hat, und als Philanthrop ist er in die Geschichte der Stadt eingegangen. Die Johann-BĂźttel-StraĂe ist nach ihm benannt und die Stadt hält sein Grabmal, auf dem er als: â⌠groĂer Freund der Jugend und FĂśrderer ihrer Bildung âŚâ bezeichnet wird, in Ehren.cite-ref-150[150]
⢠Karl von Braun (1832â1903), deutscher Reichsgerichtsrat. Durch die Verleihung des Verdienstordens der Bayerischen Krone wurde er in den persĂśnlichen Adelstand erhoben.
⢠Georg Adalbert Huhn (1839â1903), Stadtpfarrer und Prälat in MĂźnchen, Abgeordneter im Bayerischen Landtag.
⢠Heinrich HeĂberger (1873â1952), Abgeordneter des Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau, Arbeiter in einer Zigarrenfabrik. Er war Mitglied der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.
⢠Johannes MĂźhl (1888â1966), Arzt und Abgeordneter des Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau
⢠Friedrich Siebert (1906â1987), Dirigent und Komponist
⢠Richard Kleespies (1913â1990) Orber Mundart- und Heimatdichter. Durch eine FĂźlle von Gelegenheitsgedichte zu Bad Orb, seiner Natur und den Spessart, den Jahreslauf und Lebensweisheiten âuff Orwerichâ (im Orber Dialekt), belebte und bewahrte er die Mundart seiner Heimatstadt.cite-ref-151[151] Sein Gedicht âMoi Orbâ erlangte Kultstatus.cite-ref-152[152]cite-ref-153[153]
⢠Rudolf-Karl Zahn (1920â2016), Mediziner, Professor fĂźr Physiologische Chemie und Lehrstuhlinhaber in Mainz
⢠Burkhard Oly (1938â2008), Bildhauer und Goldschmied
⢠Hermann Heim (* 1948), Mundart-Autor, Heimatdichter und -schriftsteller. Bad Orbs jßngere Geschichte und der Orber Dialekt sind zwei von Hermann Heims besonderen Anliegen.cite-ref-154[154]
⢠Peter Dudek (* 1949), deutscher Pädagoge, Universitätsprofessor und Autor
⢠Barbara Harnischfeger (* 1949), Journalistin und Moderatorin
⢠Joachim Engel (* 1954), Mathematiker, Statistiker und Hochschullehrer
⢠Karin Metzler-MĂźller (1956â2023), Juristin und Hochschullehrerin em., Trägerin des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschlandcite-ref-155[155]
⢠Karin Mßller (* 1961), politische Beamtin (CDU)
⢠Markus Rieger-Ladich (* 1967), Erziehungswissenschaftler und Hochschullehrer
⢠JÜrn Steuding (* 1969), Mathematiker und Hochschullehrer
⢠Daniel Mack (* 1986), Politiker und Kommunikationsberater
Mit Bad Orb verbundene PersĂśnlichkeiten und Familien
⢠Siegfried I. (Mainz) erhielt, im Oktober 1064 von KÜnig Heinrich IV., als Erzbischof von Mainz und Erzkanzler des Reiches die Siedlung Orb, mit Burg und Salzquellen.cite-ref-gvbo-5-1[5]
⢠Die weit verzweigte Familie Faulhaber von Wächtersbach siedelte seit dem 13., und bis ins 17. Jahrhundert, im Raum zwischen Franken und der Wetterau, mit deutlichem Schwerpunkt in Wächtersbach und Orb.cite-ref-156[156] Der âFreihofâ, ehedem ein Teil der Burganlage von Orb,cite-ref-157[157] gehĂśrte der Familie Faulhaber, und auch das aus der Renaissance stammende Epitaph fĂźr Johann Adam Faulhaber in der St. Martinskirche in Bad Orb erinnert an die Familie.
⢠Bechtold Faulhaber (ca. 1377â1437) von Wächtersbach, Sohn von Conrad Faulhaber (um 1350 - nach 1390) und Unbekannt von Karlsbach, wurde 1428 und 1437 mit umfangreichen GĂźtern in Orb belehnt.cite-ref-158[158] Er erlangte 1425 fĂźr sein Besitztum, den Freihof in Orb, Steuerfreiheit auf alle Zeit.cite-ref-159[159]
⢠Ewald Faulhaber (â 1486) Domherr in Mainz, mit der Position eines Domkantors. Er ist mĂśglicherweise der Stifter des berĂźhmten Tafelbildes des Meisters der Darmstädter Passion, in der Bad Orber Martinskirche.cite-ref-160[160] Ein Bild des Stifters erscheint auf einer Tafel.
⢠Herren von Milchling (um 1576). Die Herren Schutzbar, genannt Milchling, entstammten einer alten oberhessischen Adelsfamilie, die z. B. auch Burgmannen auf den mainzischen Burgen SchÜnstadt und Mellnau stellten. Sie waren, vermutlich in der Funktion des Amtmannes, am Ausbau der Burg Orb beteiligt.cite-ref-161[161]
⢠Philipp Christoph von und zu Erthal (1689â1748), modernisierte das Orber Salinenwesen durch Auslagerung vor die Stadttore und EinfĂźhrung moderner Schwarzdorn-Gradierwerke an Stelle der bislang Ăźblichen Strohwände.cite-ref-162[162]
⢠Karl Theodor von Dalberg (1744â1817) Erzbischof von Mainz, fĂśrderte die Salzstadt Orb durch Bau der letzten Gradierwerke und der Salinenverwaltungsgebäude (späteres Rathaus). Er fĂźhrte soziale MaĂnahmen zur Linderung der Wohnungsnot (Weiler Friedrichsthal) und zugunsten armer BĂźrger durch.cite-ref-163[163]
⢠Franz Leopold Koch (1782â1850), Apotheker, Wohltäter, BegrĂźnder und Betreiber der ersten Badeanstalt in Orb.
⢠Wilhelm Hufnagel (1848â1924), Arzt, Wohltäter, BegrĂźnder und langjähriger Leiter der Kinderheilanstalt in Bad Orb.
⢠Julius Tßrck (* 26. August 1851 in Barop (Dortmund)), Jurist, Landgerichtsrat in Altona (Hamburg), Verfasser des von Georg Wilhelm Henkel vertonten Orber Liedes, Heimatdichter. Im Bremer Grund (Bad Orb) gab es ihm zu Ehren eine Dr.-Tßrck-Schutzhßtte. Tßrck wird auch als RhÜndichter mit einem 1927 in der Burgruine Auersberg errichteten Denkmal geehrt.
⢠Arthur von Weinberg (1860â1943), deutscher Chemiker und Industrieller, gemeinsam mit seiner Ehefrau Willemine Huygens war er ein bedeutender Mäzen der Kinderheilanstalt Bad Orb. Nach seiner Ehefrau ist das Willeminenhaus benannt.
⢠Georg Wilhelm Henkel (1861â1934), Lehrer und Komponist.cite-ref-164[164]cite-ref-165[165] Komponierte das Orb-Lied auf einen Text des Heimatdichters Julius TĂźrck.
⢠Franz Josef Scherf (1865â1929), Arzt und Kurdirektor in Bad Orb (1905â1929), Lokalpolitiker und Abgeordneter des Provinziallandtages Kassel (1926â1929). Scherf erreichte fĂźr Orb 1909 die Verleihung des Prädikats âBadâ.
⢠Ludwig Schmank (1876â1955), Lehrer, Konrektor und Kommunalpolitiker, Stadtältester in Bad Orb, auch Mitglied des Kreisausschusses. Als Gegner der NSDAP wurde er 1935 Strafversetzt, kehrte aber bald nach Bad Orb und nach dem Krieg auch wieder in die Politik zurĂźck. Schmank erfuhr viele Ehrungen, wie den Eintrag ins Goldene Buch der Stadt, aber auch âdie Umbenennung eines Teiles der WĂźrzburger StraĂe in Ludwig-Schmank-StraĂeâ.cite-ref-166[166]
⢠Hans Brasch (1882â1973) deutscher Maler und Vertreter des Expressionismus, er stattete das Innere des Empfangsgebäudes des Orber Bahnhofs mit Wandgemälden aus, die groĂflächig die Jahreszeiten, die Orber Heilquellen und die typischen Berufe der Orber BĂźrger symbolisch darstellen.
⢠Oskar Haseneier, katholischer Geistlicher in Orb, später in Oberndorf, Errichter und 1. Rektor der bischĂśflichen Lateinschule in Orb (1902â1909), Autor der romantischen Schauspiele: âDer Madsteinâ und âPeter von Orbâ (1924)cite-ref-167[167]
⢠Alfons Maria Lins (1888â1967), charismatischer Theologe und angesehener katholischer Pfarrer von Bad Orb.
⢠August Gottlieb (* 1896, Hanau â 1968, Bad Orb), Heimatdichter, Autor der Orber Balladen (illustriert von Magnus Manz) und vieler anderer Geschichten, z. T. mit historischen BezĂźgen zum DreiĂigjährigen Krieg.cite-ref-169[169]
⢠Albert Jung (1899â1970), Komponist und Musikdirektor, lebte und wirkte in Bad Orb.cite-ref-170[170]cite-ref-171[171]
⢠Werner Schulze-Seeger (* 1916, Berlin â 2001, Bad Orb), Schulamtsdirektor, âbeschäftigte sich intensiv mit der Geschichte der Orber Salzgewinnung bis zu einem modernen Badeortâ.cite-ref-172[172] Seine Forschungsergebnisse hat Schulze-Seeger in seinen BĂźchern âVon der Salzstadt zum Heilbadâ und âOrb â 1300 Jahre Sole und Salzâ zusammengefasst. Er belebte die AltstadtfĂźhrungen, z. B. durch seine FĂźhrung â900 Jahre Bad Orb in 90 Minutenâ.
⢠Magnus Manz (1906â1986), Bildhauer, Grafiker, Zeichner und Lehrer, stammte aus Essen. Nach 1945 lebte und wirkte er in Bad Orb und beeinflusste auch Hans Prasch.cite-ref-173[173] Er lieferte u. a. die Illustrationen zu den âOrber Balladenâ von August Gottlieb. Manz war auch Lehrer an der Kunstschule RĂśdel in Mannheim.cite-ref-174[174] In Bad Orb war Manz auch mit Dan Hauenstein befreundet und benutzte â... gelegentlich auch sein Atelier ...âcite-ref-175[175]
⢠Karl SchĂśning (Ingenieur) (1906â1996), grĂźndete 1946 in Bad Orb die Strassing Bau-GmbH, eine Tief- und Ingenieurbaufirma, die er fast drei Jahrzehnte auch leitete. Die Firma entwickelte sich rasch zum grĂśĂten Arbeitgeber im Ort und war mit mehreren hundert Mitarbeitern sowie drei Filialbetrieben auch Ăźberregional aktiv.cite-ref-176[176] Heute hat die Strassing GmbH, zwischenzeitlich unter dem Dach der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie AG in Hanau (MHI) tätig, ihren Hauptsitz in Bad Soden-SalmĂźnster und Filialen in Bad WĂźnnenberg und Erfurt.
⢠Johannes Kapp (1929â2018), ehemaliger Weihbischof im Bistum Fulda, war Kaplan, Pfarrer und Dechant in Bad Orb
⢠Helmut Jahn (1936â2013), Maler, lebte in Bad Orb.cite-ref-177[177]
⢠Hilde Heyduck-Huth (* 1929, Nieder-Weisel), Malerin und Kinderbuchillustratorin, lebt und arbeitet in Bad Orb, Kulturpreisträgerin des Main-Kinzig-Kreises 2012 im Fach Malerei/Grafik,cite-ref-mb-178-0[178]cite-ref-kp-179-0[179] vielfache Teilnahme an der Kunstausstellung âDialog der Elementeâ in Bad Orb.
⢠Christof Heyduck (* 1927, Breslau), Maler, lebt und arbeitet in Bad Orb, Kulturpreisträger des Main-Kinzig-Kreises 2012 im Fach Malerei/Grafik,cite-ref-mb-178-1[178]cite-ref-kp-179-1[179] vielfacher Teilnehmer an der Kunstausstellung âDialog der Elementeâ in Bad Orb, freier BĂźhnenbildner fĂźr Theater und Fernsehen im In- und Ausland.
⢠Rudolf Hofmann (1939 in Marburg, 2014, in Fulda), war 27 Jahre lang Pfarrer von Bad Orb, auch 25 Jahre lang Kolping-Bezirkspräses und fast 2 Jahrzehnte Dechant des Dekanats Bad Orb, später Ăźbernahm er diverse Ămter im BischĂśflichen Generalvikariat Fulda. Papst Johannes Paul II. verlieh Hofmann 2003 den Titel eines päpstlichen Ehrenprälaten.cite-ref-180[180] In Bad Orb ist Pfarrer Hofmann besonders in Erinnerung geblieben, wegen der Renovierung und Erweiterung der Martinskirche und nach der Brandkatastrophe, wegen des raschen und gelungenen Wiederaufbaues der Pfarrkirche. Die Pfarrer-Rudolf-Hofmann-StraĂe am Lauzenberg erinnert an ihn.
⢠Jaroslav Bilik (* 26. Oktober 1945 in der Slowakei) Musikdirektor. Er studierte Geige am Konservatorium in Bratislava, war Mitbegrßnder des Bratislava String Quartetts, seit 1987 in Bad Orb als 1. Konzertmeister unter Horst Welter, 1995 sein Nachfolger als Musikdirektor, ebenso Leiter des Sßdhessischen Kammerorchesters, wie des Orchesters der Opernakademie.cite-ref-181[181]
⢠Christian Paschold, (1949â2021) Bildhauer, SchĂśpfer der Statue von Apotheker Franz Leopold Koch vor der Kreissparkasse (2002) und der Bronzeplastiken âAltes Paarâ, im Kurpark in Bad Orb (2002).
Weblinks
Commons
: Bad Orb
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Wikivoyage: Bad Orb
â ReisefĂźhrer
⢠Offizielle Website der Stadt Bad Orb
⢠Bad Orb, Main-Kinzig-Kreis. Historisches Ortslexikon fßr Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
⢠Literatur von und ßber Bad Orb im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Bad Orb im Hessischen Städteatlas
Literatur
⢠Johann Bßttel, Geschichte der Stadt und Saline Orb, Reprint Orbensien, 1981
⢠Richard Zentgraf, Bilder aus der Geschichte der Stadt Bad Orb, Richard Zentgraf, Verlag Bad-Orb-Gesellschaft., 1927
⢠Richard Zentgraf, Bad Orb im Spessartwald. Schilderung der Stadt und ihrer schÜnen Umgebung, Verlag Bad-Orb-Gesellschaft, 1928
⢠Richard Zentgraf, Alt Orb und seine Kirche, Richard Zentgraf, 1929.
⢠Helga koch/Jochen LÜber, Jßdisches Leben in Bad Orb, Orbensien-Verlag, 2009
⢠Werner Schulze-Seeger, ORB 1300 Jahre Sole und Salz, Orbensien-Verlag, 1994
⢠Werner Schulze-Seeger, Von der Salzstadt zum Heilbad, Orbensien-Verlag, 1992
⢠Der Salzsieder, Jahrgang 1 -Ausgabe 1/2005
⢠Hermann Heim, VÜlkchen im bunten Rock, Orbensien-Verlag, 2007
⢠Robert Eckert, Peter von Orb â Ein Standbild verwirklicht Orber Geschichte in Querdurch die Orbe Geschichte, Hrsg. Bad Orber Geschichts- und Heimatverein, Geschichtswerkstatt BĂźdingen, 2010
⢠Hanns M. Walter, Der Freihof, Orbs uralter Burgsitz, Hessenland, Zeitschrift fßr die Kulturpflege des Bezirksverbandes Hessen, 1942, Hrsg.: Der Landeshauptmann, Heft 4
⢠Franz Nikolaus Wolf Das Landgericht Orb und seine Saline und Umgebungen, Ein Beitrag zur Universalgeschichte des KÜnigreichs Baiern, Aschaffenburg 1824, Reprint Orbensien-Verlag 1977
⢠Christa und Edmund Acker, Bad Orber Bildstock-Bßchlein, Orbensien-Verlag, 2010
⢠Josef Engel, Beiträge zur Orber Historie verÜffentlicht in Orber Zeitungen 1980 bis 1990, Herausgeber: Wolfgang Hessberger, Books on Demand, Norderstedt 2023, ISBN 978-3-00-074860-8
Einzelnachweise
cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-he-11. Hessisches Statistisches Landesamt: BevĂślkerung in Hessen am 31.12.2024 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
cite-note-22. â Martin Schäfer, Unsere Ortsnamen, Heimatbuch des Kreises Gelnhausen, Hrsg. Kreisverwaltung Gelnhausen, 1950, S. S. XVI
cite-note-33. â Johann BĂźttel: Geschichte der Stadt und Saline Orb. Reprint Bad Orb 1978 der Originalausgabe WĂźrzburg 1901, S. 6.
cite-note-44. â HStAM Bestand Urk. 75 Nr. 107. In: Hessisches Staatsarchiv Marburg. 1. Dezember 1059, abgerufen am 15. Mai 2021.
cite-note-gvbo-55. â Bad Orber Geschichts- und Heimatverein, abgerufen am 19. April 2020
cite-note-66. â Uta LĂśwenstein: Grafschaft Hanau. In: Ritter, Grafen und FĂźrsten â weltliche Herrschaften im hessischen Raum ca. 900â1806 (= Handbuch der hessischen Geschichte. 3; = VerĂśffentlichungen der Historischen Kommission fĂźr Hessen. 63). Marburg 2014, ISBN 978-3-942225-17-5, S. 209.
cite-note-77. â Uta LĂśwenstein: Grafschaft Hanau. In: Ritter, Grafen und FĂźrsten â weltliche Herrschaften im hessischen Raum ca. 900â1806 (= Handbuch der hessischen Geschichte. 3; = VerĂśffentlichungen der Historischen Kommission fĂźr Hessen. 63). Marburg 2014, ISBN 978-3-942225-17-5, S. 209.
cite-note-88. â § 3 Nr. 19 der Verordnung, betreffend die Organisation der VerwaltungsbehĂśrden in dem vormaligen KurfĂźrstenthume Hessen, in dem vormaligen Herzogthume Nassau, in der vormals freien Stadt Frankfurt und in den bisher Bayerischen und GroĂherzoglich Hessischen Gebietstheilen vom 22. Februar 1867, Gesetz-Sammlung fĂźr die KĂśniglichen PreuĂischen Staaten, (Nr. 6563), preuĂGS S. 273 und des AllerhĂśchsten Erlasses, betreffend die Einrichtung besonderer Verwaltungsstellen fĂźr den frĂźheren GroĂherzoglich Hessischen Kreis VĂśhl und den frĂźheren Bayerischen Bezirk Orb vom 24. Juni 1867, Gesetz-Sammlung fĂźr die KĂśniglichen PreuĂischen Staaten (Nr. 6753), preuĂGS S. 1261; dieser Sonderstatus wurde mit Wirkung vom 1. April 1886 aufgehoben durch § 1 Absatz 3 der Kreisordnung fĂźr die Provinz Hessen-Nassau vom 7. Juni 1885, Gesetz-Sammlung fĂźr die KĂśniglichen PreuĂischen Staaten (Nr. 9071), preuĂGS S. 193
cite-note-99. â Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis fĂźr die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und SchlĂźsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 363 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
cite-note-1010. â Mittelalter-Lexikon, aufgerufen am 21. Januar 2020
cite-note-1111. â Werner Loibl: Der Vater der fĂźrstbischĂśflichen Erthals â Philipp Christoph von und zu Erthal (1689â1748). Heinrich FuĂbahn (Hrsg.): VerĂśffentlichungen des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg e. V., Band 64. Aschaffenburg 2016, ISBN 978-3-87965-126-9, S. 347â388, 764â776.
cite-note-1212. â Johann BĂźttel, "Geschichte der Stadt und Saline Orb, Orbensien-Verlag, S. 123
cite-note-132. âUnsere Heilquellenâ, Bad Orb Kur GmbH Tourist-Information, September 2021
cite-note-143. Ăbernachtungsplus im hessischen Spessart und Main-Kinzig-Kreis. 25. Februar 2025, abgerufen am 30. März 2025.
cite-note-1515. â "Lange Historie - doch wie geht es weiter - Ein Vortrag von Dr. Wolfgang Hessberger zur Geschichte des Orber Bade- und Kurbetriebs", Gelnhäuser Neue Zeitung, 30. Juli 2022
cite-note-1616. â Spessart-Klinik, aufgerufen am 21. Januar 2020
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